Hochwasser-Schäden

So geht’s weiter auf Derenburgs Wasser-Baustellen an der Holtmme

Das Holtemme-Hochwasser 2017 hat Derenburg schwer getroffen. An der Blankenburger Straße sind Schäden bald behoben, an der Kanalstraße gibt es ungeahnte Probleme.

Von Holger Manigk
Die Kanalstraße in Derenburg musste gesperrt werden, weil sich bei der Instandsetzung des Ufers weitere Hochwasser-Schäden offenbarten.
Die Kanalstraße in Derenburg musste gesperrt werden, weil sich bei der Instandsetzung des Ufers weitere Hochwasser-Schäden offenbarten. Foto: Holger Manigk

Derenburg - Die gute Nachricht vorweg: Die Hochwasserschäden an der Brücke Blankenburger Straße in Derenburg sollen bis Ende September abgearbeitet sein. „Momentan wird der Spundwandkopf hergestellt mit einem parallelen Aushub der Fundamente für die Gabionenkörbe“, erläutert Christoph Ertl, Flussbereichsleiter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz (LHW), auf Volksstimme-Anfrage.

Länger als geplant dauert dagegen die Sanierung und Sicherung der Kanalstraße einen Kilometer weiter flussabwärts an der Holtemme. Die Straße im Norden Derenburgs war gesperrt worden. Der Grund: Bei den Bauarbeiten wurden bislang verborgene Aushöhlungen – im Fachjargon Auskolkungen – bis unter die Fahrbahn bemerkt, wie Ertl berichtet.

Auskolkung bis unter Kanalstraße

Ursache der Schäden waren das Sommer-Hochwasser von 2017 „und die damit verbundenen hohen Strömungsgeschwindigkeiten sowie Wasserstände in der Holtemme“. Sie führten zur Erosion von Sohlmaterial am Fuß der Böschung. Als erste Sicherung nach der Flut sei die Auskolkung wieder aufgefüllt worden, so der LHW-Chef in Halberstadt. Langfristig sei aber eine andere Lösung gefragt.

So sollte die Gründung der Gabionenkörbe an der Kanalstraße wieder instandgesetzt und mit einer Spundwand vor erneutem Bodenabtrag im Prallhangbereich – also der Außenkurve in der Flussbiegung – geschützt werden. Der Hohlraum unter und vor den Gittergeflechten mit Steinfüllung sollte mit Unterwasserbeton verfüllt werden. Dazu plante der LHW die Sohle der Holtemme vor dem Unterspülschutz mit lose angeordneten Wasserbausteinen zu befestigen.

Doch die Entdeckungen während der Instandsetzung machten Nacharbeiten nötig. „Im Zuge des Einbringens der Spundbohlen kam es augenscheinlich zu Nachsackungen in die Hohlräume der Unterspülungen“, ergänz Ertl. Nach dem Freiräumen und Säubern der Straße wurde festgestellt, dass sich die Fahrbahn im Bereich des gesicherten Prallhanges zum Ufer gesenkt hatte.

Bislang kostet Schadensbehebung 415.000 Euro

Die Senkung verlaufe parabelförmig in Längsrichtung zur Fahrbahnrinne und habe ihr Maximum von etwa vier Zentimetern am Scheitelpunkt der äußeren Seite der Holtemme-Biegung. Dazu „sind beidseitig der Fahrbahn Fugenabrisse zwischen Asphalt und Rinne zu erkennen“.

Mit der fertigen Spundwand und dem eingebrachten Füllbeton, der die unzureichende Gründung der Gabionenwand stabilisiert, seien der rechte Uferbereich und die Fahrbahn jetzt wieder ausreichend gesichert. Ergänzend würden die Straße im Bereich der Schäden repariert und gegebenenfalls noch bestehende Setzungen verfüllt, verspricht Ertl. Das Ingenieurbüro Deuter solle dafür ein Sanierungskonzept ausarbeiten. Das Projekt „soll im Anschluss schnellstmöglich neu ausgeschrieben werden“, so Ertl weiter.

Die Kosten für die Beseitigung der Hochwasserschäden in Derenburg belaufen sich für den LHW bislang auf rund 415.000 Euro. Wie groß die Zusatzausgaben für die Instandsetzung der Kanalstraße ausfallen, lasse sich erst nach Eingang des Sanierungskonzeptes absehen.

An der Blankenburger Straße in Dernburg werden die Fundamente für Gabionenkörbe an der Holtemme ausgehoben.
An der Blankenburger Straße in Dernburg werden die Fundamente für Gabionenkörbe an der Holtemme ausgehoben.
Foto: Holger Manigk