Schierke l Die Luft ist raus aus dem Hüpfparcours. Die Trampoline werden abgebaut, die Leih-Rollschuhe sind verstaut. Die zweite Sommersaison in der Schierker Feuerstein-Arena ist zu Ende gegangen – und das mit einem deutlich besseren Ergebnis als 2018. 9.032 zahlende Besucher von Juli bis Mitte Oktober. Das sind gut dreimal so viele Gäste wie in der ersten Sommersaison. „Und das in der Hälfte der Zeit“, bilanziert Arena-Chef Andreas Meling. In 2018 hatte die Arena ihre Pforten bereits im Mai für den Sommerbetrieb geöffnet.

Umsatz gesteigert

Eine Verdreifachung der Besucherzahlen bedeutet auch eine Verdreifachung der Einnahmen. Zumindest in etwa. Laut Meling landeten 27.088 Euro Eintrittsgelder in den Kassen der Freizeitstätte. Im Vorjahr waren es lediglich 10.500 Euro.

Die Steigerung hatte sich schon im Juli und August angedeutet. Die beiden Ferienmonate waren mit 2.545 und 2.540 Gästen erwartungsgemäß die besucherstärksten der Saison.

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„Für uns ist das ein Zeichen, dass wir mit unseren neuen Angeboten die richtige Richtung eingeschlagen haben“, sagt Meling. Das Rollschuhlaufen und das Bouldern seien bei den Besuchern gut angekommen. Auch die Bewegungsangebote wie Trampolin und Hüpfparcours würden gut in die Arena passen. Ziel sei es gewesen, die ganze Familie und nicht nur die Kinder auf die Fläche zu locken. Und das sei gelungen

Sommer mit mehr Potential

Trotzdem gibt sich der Arena-Chef nicht euphorisch, sondern sogar etwas selbstkritisch. „Insgesamt sind wir viel zufriedener als letztes Jahr“, sagt er. „Aber man muss auch fair sein und sagen, dass 2018 wirklich eine schlechte Sommersaison war.“ Damals der Grund für die Wernige-röder Stadtverwaltung als Betreiber umzudenken. In mehreren Workshops wurden Ideen gesammelt, das Konzept wurde überarbeitet. Auf das 2019-er Ergebnis könne nun aufgebaut werden. „Der Sommer hat aber Potential, noch besser zu sein.“

Auch mit dem Veranstaltungsmix während der Sommermonate habe die Arena den Nerv der Gäste getroffen. Die Zahl der Teilnehmer lasse sich nur schätzen, weil sie nicht registriert wurden. „Wir gehen von etwa 10.000 aus“, so Meling. Darunter allein zu Walpurgis etwa 7.000.

Eine besonders gelungene Veranstaltung sei im Juni der Sommerbiathlon mit 20 Staffeln, 100 Teilnehmern und vielen Zuschauern gewesen, blickt Josephine Hedderich zurück, die das Veranstaltungsmanagement der Arena leitet. Die Teilnahme von Biath- lon-Olympiasieger Michael Rösch als Stargast habe den Sommerbiathlon in Schierke aufgewertet. „Das wollen wir auf jeden Fall wiederholen“, so Hedderich. Wie auch das Sommerkino. Bei den vier Filmvorführungen im Juli seien 350 Gäste gezählt worden. Die angebotenen Rollschuhdiskos könnten zwar nicht mit den Eislaufdiskos im Winter mithalten. „Aber sie werden angenommen“, schätzt die Eventmanagerin ein. Es seien sogar Leute extra wegen der Disko nach Schierke gekommen. „Sie haben dann aber auch die anderen Angebote genutzt.“

Sportangebote in den Ferien

„Gut gemacht“ hätten sich laut Andreas Meling die sonntäglichen Sportkurse, die in Kooperation mit der Wernigerode Tourismus GmbH während der Ferien angeboten wurden. „Wir hatten Rumba, Nordic Walking und Line Dance – und pro Kurs zwischen 10 und 15 Teilnehmern.“ Das sei ein guter Anfang gewesen, aber ausbaufähig.

Warten auf kaltes Wetter für Eisproduktion

Natürlich bleibt das Sommer-ergebnis hinter dem des besucherstarken Winters mit Eislaufen, Eishockey und Eisstockschießen. „Wir wollen Angebote schaffen, die angenommen werden und dem Harz mit der Arena einen touristischen Mehrwert bieten“, sagt Andreas Meling. Im Sommer wie im Winter. Deshalb halte er nichts davon, die Arena in der wärmeren Jahreszeit zu schließen, um die Bilanz zu verbessern – wie immer mal wieder politisch diskutiert. Es sei nicht gut für den Tourismus, nur vier Monate im Winter zu öffnen. „Wir wussten von Anfang an, dass die Arena Geld kostet. Sie wird immer Geld kosten. Wie Bürgerpark, Wildpark, Kammerorchester und Bibliothek.“

Während Meling noch mit der Auswertung des Sommers beschäftigt ist, beginnen bereits die Vorbereitungen für die Eislaufsaison. Die Kälteanlage wird gewartet, die Rollschuhe gegen die Schlittschuhe ausgetauscht. „Dann beginnt das Warten, auf ein günstiges Zeitfenster, um Eis zu produzieren.“ Günstig seien laut Meling dauerhafte fünf Grad Celcius oder weniger. „Wir gehen davon aus, dass wir in der zweiten Novemberhälfte wieder öffnen können.“ Wann genau, hänge vom Wetter ab.