Blankenburg l Ein „Touristisches Entwicklungskonzept für die Schlösser und Schlossgärten“ hat die Stadt Blankenburg gemeinsam mit dem Verein „Rettung Schloss Blankenburg“ in den vergangenen Monaten erarbeiten lassen. Ergebnisse der Studie wurden jetzt in einer gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Betriebsausschuss des Blankenburger Tourismus-Betriebs (BTB) vorgestellt. Ausgearbeitet hatte die Studie die Beratungsfirma „Denkmal Konzepte“, deren Inhaberin Angela Brümmer die Ergebnisse vortrug.

Kernstück des Konzepts sind Überlegungen zur künftigen Nutzung des Großen Schlosses, nachdem dessen bauliche Substanz dank des Vereins zur Schlossrettung weitgehend gesichert ist. Angela Brümmer hat Nutzungsvarianten für ein derartiges Gebäude wie Wohnen, Bildung Gesundheit, Verwaltung untersucht und Beispiele für die Nachnutzung eines solchen Feudalbaus aus dem ganzen Bundesgebiet herangezogen.

Gastronomie in Orangerie?

Als ideal für die Blankenburger Immobilie erweist sich nach ihrer Studie ein Hotel mit Tagungsbetrieb und Wellnessbereich. Dafür schlägt sie den Namen „Hotel ZeitLos“ vor. Das dafür erforderliche Investitionsvolumen bezifferte sie mit rund 60 Millionen Euro.

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Der Vorschlag zur Schloss-Nutzung ist eingebettet in weitergehende Überlegungen zur touristischen Attraktivität der Blankenburger Schlösser und Gärten. Vorschläge zur Nutzung des Kleinen Schlosses fielen leichter, so Angela Brümmer, da hier ja bereits der BTB und die Harzer Wandernadel angesiedelt seien.

Für dringend erforderlich hält die Tourismus-Expertin ein gastronomisches Angebot an dieser Stelle. Dafür würde sich die Orangerie anbieten. Ausbau-Potential sieht sie für die ehemalige Schlosskapelle, hier könne ein „Raum der Stille“ entstehen. Auch eine Dauerausstellung über die Geschichte der Schlösser und Gärten könne das touristische Angebot bereichern.

Expertin ist für Eintritt in Schlossgärten

Eintritt für die Blankenburger Gärten: pro und contra – diese Frage wird in der Blütenstadt schon lange diskutiert. Angela Brümmer spricht sich eindeutig für ein Entgelt aus, das mit zunehmender Attraktivität der Gärten erhöht werden könne. Wie diese erreicht werden könne, skizzierte die Beraterin und nahm Anleihen bei dem Naturheilkundler Adolf Just, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Blankenburg wirkte und am Vogelherd seine Licht-/Luft-Hütten aufstellen ließ. Diese könnten Anregung sein, Blankenburg mit seiner reichen Geschichte als eine „Stadt der besonderen Orte“ zu entwickeln.

Einiges komme ihm sehr bekannt vor, bemerkte Ausschuss-Mitglied Ulrich-Karl Engel von der Fraktion Pro Blankenburg/Grüne nach Abschluss der Präsentation. Dennoch sehe er die Chance, etwas gemeinsam und aus eigener Kraft zu entwickeln. Das unterscheide die vorliegenden Pläne von früheren Vorhaben.

Dem pflichtete Annekatrin Wagner, ebenfalls Pro Blankenburg/Grüne, bei. „Ich sehe in dem Konzept deutliche Visionen für eine nachhaltige touristische Weiterentwicklung unserer Stadt.“ Die Markenbotschaft „Stadt der besonderen Orte“ könne „einen beachtlichen Platz“ in der touristischen Landschaft des Harzes finden. Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) betonte, dass die öffentliche Zugänglichkeit des Schlosses gewährleistet bleiben müsse. Aus den Reihen der Gäste wurde der Wunsch laut, wieder ein städtisches Museum einzurichten. Auch Künstler-Werkstätten und Kreativ-Kurse würden Anklang finden.