Rübeland l Mit dieser Nachfrage haben Thomas Schult, Betriebsleiter im Tourismusbetrieb Oberharz, und Marketingchef Markus Mende nicht gerechnet. „Drei Millionen Klicks auf unserer Seite, das ist schon eine Hausnummer. Damit haben sich unsere Bemühungen, nicht einfach nur Strecken aufzulisten, sondern diese auch digital mit Inhalten anzureichern, als richtig erwiesen“, freut sich Mende.

Was wird gemacht? Unter www.obenimharz.de finden Wanderfreunde im Internet nicht mehr nur ein paar mit Fotos garnierte Ausflugsziele. Die Topstrecken, von denen der Oberharz einige anzubieten hat, sind hier mit Kartenmaterial und GPS-Daten hinterlegt worden. „Wer möchte, kann im Internet nun direkt seine favorisierte Route anklicken und die betreffende Karte gleich ausdrucken. Technikversiertere Wanderfreunde können sich die Koordinaten direkt auf ein kompatibles Gerät laden und sich dann vor Ort die Route via Bildschirm anzeigen lassen“, betont Mende.

Aber nicht nur die Top-Strecke, sondern auch Touren um andere Talsperren, durch das Elendstal zu den Schnarcherklippen hinauf oder zum Bergbaulehrpfad und die verschiedenen Etappen des Harzer Hexenstieges würden nachgefragt. Ganz oben in der Gunst der Wanderfreunde stünde aber unangefochten die Trogfurther Brücke. Mende erklärt, warum. Das Streckenprofil sei hier sehr ausgewogen, fast eben. Größere Steigungen müssten hier nicht bewältigt werden. Daher sei diese Wanderung für Ältere, vor allem aber für Familien mit Kindern ideal. Als I-Tüpfelchen käme noch hinzu, dass man auch mit dem Bus fast bis zum Startpunkt fahren könne, was die Attraktivität dieser Route noch weiter steigern würde.

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300.000 Übernachtungen im Jahr

Die Digitalisierung schlage sich aber auch nicht nur im Touren-Portal, sondern auch in anderen Bereichen des Tourismusbetriebes nieder. Zu den diversen Angeboten aller zur Stadt Oberharz am Brocken gehörenden Ortsteile kämen neben deren Veranstaltungshinweisen und Sehenswürdigkeiten auch ein Buchungssystem für Gäste. Das werde zunehmend genutzt. „Es zeigt sich, dass die Digitalisierung auch im Tourismus ein wichtiges Thema ist und sich auch in Gästezahlen positiv niederschlägt. 300 000 Übernachtungen im letzten Jahr sind ein tolles Ergebnis“, betont Thomas Schult.

Der größte Teil der Betten werde dabei nicht von großen Hotels, sondern von kleineren, privat geführten Unterkünften bereitgestellt. Am meisten würden Urlauber aus Nordrhein-Westfalen den Harz buchen. Dicht gefolgt von Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen. Aber auch Sachsen-Anhalter verbringen im nördlichsten Mittelgebirge gerne ihre Ferien.

Höhlen als Publikumsmagneten

Die Wachstumszahlen bei den Übernachtungen steigen permanent, hieß es dazu weiter. Von 2016 zu 2017 seien sie um 6,2 Prozent und von 2017 bis 2018 nochmals um acht Prozent gestiegen. Als Erfolgsgaranten sind dafür die beiden Tropfsteinhöhlen verantwortlich. Hermanns- und Baumannshöhle gehörten 2017 zu den absoluten Publikumsmagneten. Allein 190.000 Gäste nutzen im letzten Jahr ihren Urlaub im Harz auch für einen Besuch „unter Tage“. Zum Vergleich: Eine gute deutsche Schauhöhle bringt es im Durchschnitt auf etwa 60.000 Besucher. „Damit liegen wir im Vergleich ganz weit vorn“, so Mende.

In Rübeland sei dafür der Programmmix das entscheidende Moment. Der stehe für Höhlenbesuche, die beliebten Taschenlampenführungen und die familienfreundlichen Vorstellungen zweier Theater. Analog zum anhaltenden Aufwärtstrend verhalte sich das Betriebsergebnis. 2014 habe der Umsatz aus Parkplatzgebühren, Einnahmen aus Kurtaxe sowie Eintrittsgeldern der beiden Höhlen samt Souvenirverkäufen noch bei 1,5 Millionen Euro gelegen. „2017 wurden bereits 1,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein wichtiger Baustein, der uns hilft, den Tourismus weiterzuentwickeln“, so Schult.