Wernigerode l Wie weiter mit dem Winterberg-Projekt? In den letzten Wochen war es ruhig um die geplante Ganzjahres-Erlebniswelt mit Seilbahn und Skipiste am Schierker Winterberg. „Ruhig ja, aber wir sind nicht untätig“, versichert Andreas Meling, der im Wernigeröder Rathaus für das Vorhaben zuständig ist. „Investor Gerhard Bürger arbeitet derzeit an einer Trasse, die noch mehr den Anforderungen von Natur- und Umweltschutz nachkommt.“

Dies sei mit der Überarbeitung der Raumordnungsunterlagen verbunden. Die Stadt und die Winterberg Schierke GmbH mit Bürger an der Spitze haben dafür Fachbüros beauftragt. Unter anderen müssten das Verkehrs- und das Schallgutachten angepasst, die Unterlagen zur Umweltverträglichkeit, für die Waldumwandlungsgenehmigung sowie für die Ersatzpflanzungen überarbeitet werden, zählt Meling auf. Aktuell finden beispielsweise geophysikalische Messungen auf Höhe der zukünftigen Mittelstation statt. „Dabei wird Strom in die Erde gelassen und 900 Meter tiefer gemessen – um die hydrologischen Auswirkungen zu testen.“

Raumordnungsverfahren läuft seit 2016

Stadt und Investor hängen bei der Realisierung des 26-Millionen-Euro-Projektes nach wie vor an der ersten Hürde fest. Das Raumordnungsverfahren wurde vor knapp zwei Jahren im Verkehrsministerium gestartet. Das Okay aus Magdeburg wäre Voraussetzung für alle weiteren Genehmigungsverfahren. Die Entscheidung steht aber noch aus. Das Verfahren war ins Stocken geraten, weil die geplante Seilbahntrasse geschützten Moorwald und ein FFH-Gebiet tangiert. Zudem hat der BUND bereits Klage gegen das Projekt angekündigt.

Das „förmliche Raumordnungsverfahren“ ruhe im Moment, heißt es dazu von Ministeriumssprecher Peter Mennicke. Denn die Antragsunterlagen für die neue Trassenführung würden noch nicht vorliegen, so Mennicke auf Volksstimme-Nachfrage. „Nach intensiven Gesprächen, die unsere Fachleute in den zurückliegenden Monaten mit der Stadt Wernigerode und der Winterberg Schierke GmbH geführt haben, gehen wir davon aus, dass in einigen Wochen neue, prüffähige Projektunterlagen eingereicht werden.“

Sobald dies erfolgt sei, werde das Ministerium das Raumordnungsverfahren „unverzüglich“ wiederaufnehmen und die Träger öffentlicher Belange sowie die Öffentlichkeit einbeziehen, so Mennicke. Es gehe darum, eine „weitestgehende Rechtssicherheit in diesem grundlegenden Prüfungsverfahren zu erreichen und damit letztendlich Investitionssicherheit für alle Beteiligten zu erlangen“.

Stadt rechnet mit Entscheidung im Herbst

Ziel der Stadtverwaltung ist es, bis zum Sommer genemigungsfähige Unterlagen vorzulegen, kündigt Andreas Meling an. „Wir gehen davon aus, dass irgendwann im Herbst in Magdeburg die Entscheidung fällt.“

Eine weitere Entscheidung steht in Wernigerode an. Denn die Umplanungen für die Verlegung der Seilbahntrasse sind mit Mehrkosten verbunden. „Die Kalkulation der Kosten läuft noch“, so Meling. Wenn die Summe feststeht, werde mit dem Investor über die Aufteilung der Kosten verhandelt. Laut Meling soll dies noch vor der Sommerpause erledigt sein – ebenso wie eine Überarbeitung der Investitionssumme. „Das muss bis dahin klar sein. Das will ich erreichen.“ Danach geht das Thema in die politische Diskussion. Der städtische Anteil für die Umplanungen muss von den Stadträten freigegeben werden.