Schierke l Die Gondeln sind in Auftrag gegeben, die Schneekanonen bestellt. „Wir sind soweit. Wir könnten morgen beginnen. Wenn man uns lassen würde“, so Investor Gerhard Bürger. Der Baustart für das 25-Millionen-Projekt, das die Winterberg Schierke GmbH zusammen mit der Stadt Wernigerode stemmen will, scheint noch in weiter Ferne. Ob Hopp oder Top – das hängt vom Ergebnis des Raumordnungsverfahrens ab. Die Zustimmung aus Magdeburg ist Voraussetzung für alle folgenden Genehmigungsverfahren. Scheitern könnte das Projekt an Naturschutz-Vorschriften.

„Es ist höchste Zeit, dass wir aus der Versenkung auftauchen und in die Offensive gehen“, sagte Bürger am Mittwochabend in Schierke. Gemeinsam mit Frank Wodsack informierte der Hildesheimer vor 120 Interessierten über das Winterberg-Projekt „Bergwelten Schierke“ sowie das entstehende Heinrich-Heine-Resort.

Ganzjahres-Angebot

Großes Augenmerk legen die Investoren auf das Ganzjahres-Angebot am Winterberg. Geplante Attraktionen wie Kletterwelt, Aussichtsplattform mit Riesenrutsche, Eulenflug, Holz- und Wasserspielplatz sowie die Luchsausstellung „Nocturnalium“ seien mit der Seilbahn zu erreichen, so Wodsack. „Im Winter besteht natürlich die Möglichkeit, Wintersport zu betreiben.“ Auf der Mittelstation sei ein „Ski-Kinderland“ geplant. In der Skischule könne Ski- und Snowboardfahren erlernt werden.

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„Mit den ‚Bergwelten Schierke‘ entsteht ein Ganzjahres-Erlebnis, das es im Harz noch nicht gibt“, so der Investor. „Wir sehen uns jedoch nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den Anlagen in Thale, Bad Harzburg und am Wurmberg“, betonte er. Das Ganzjahres-Erlebnis lasse sich gut mit der Winterinfrastruktur kombinieren. „Das zeigt, in Zeiten des Klimawandels geht es auch anders.“

Die Erschließung des Winterbergs bringe einen Mehrwert für Schierke, so Wodsack. Die Investoren rechnen im günstigsten Fall mit 190 000 Gästen im Jahr – 50 000 allein durch den Schneesportbetrieb bei angenommenen 90 Skitagen pro Saison. An Spitzentagen könnten Besucherzahlen von etwa 1800 erreicht werden. Sollte es irgendwann ein Kombiticket mit dem Wurmberg geben, sei mit deutlich mehr Gästen zu rechnen.

Kombiticket gewünscht

Bisher sperren sich die Braunlager jedoch gegen eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Wernigerode. Ein vorbereiteter Kooperationsvertrag fiel im Braunlager Stadtrat durch. „Das Kombiticket wäre die Sahne auf dem Kuchen“, brachte es Gerhard Bürger auf den Punkt. „Das gemeinsame Ticket wird kommen. Das ist nur eine Frage der Zeit“, so Bürger. „Wenn wir die Seilbahn auf dem Winterberg gebaut haben, regelt sich das von allein.“

Mehr Besucher, ein Anstieg bei den Übernachtungen, 23 neue Arbeitsplätze – und die Winterberg-Investoren versprechen noch mehr. „Wir werden das Parkhaus und das Loipenhaus übernehmen, und wir bauen einen weiteren Parkplatz“, so Gerhard Bürger, der auch die Stadt und andere Investoren in der Pflicht sieht. Um den erwarteten Gästeansturm bewältigen zu können, müssten ein Verkehrskonzept und ein Shuttlebus-Service her „und bis 2019 hoffentlich 500 zusätzliche Betten“.

Einen Anteil leisten er und die Investoren von der „Heinrich Heine Resort GmbH“ mit ihrem Feriendorf. Für 13,8 Millionen Euro entstehen auf dem Gelände des einstigen Hotels „Heinrich Heine“ 38 Einzel- und Doppelhäuser mit 196 Betten. Im November wurde Baustart gefeiert, kurz vor Weihnachten ein Förderscheck über 4,5 Millionen Euro von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) in Empfang genommen. „Im Moment sind wir ein wenig eingeschneit“, sagte Frank Wodsack. Seit den Weihnachtsferien ruhen die Bauarbeiten. Der Schnee soll laut Wodsack in Kürze geräumt werden. „In den nächsten zwei Wochen werden wir mit dem Hausbau beginnen. Anfang März sollten die ersten Gebäude im Entstehen zu sehen sein.“

20 Arbeitsplätze in Feriendorf

Die Vermarktung der Ferienhäuser wird bereits vorbereitet. Das Logo für das Resort und eine Website seien in Arbeit, informierte Hannes Mairinger. Der Österreicher, der auch das Torfhaus-Harz-Resort leitet, wird die Vermarktung des Heine-Resorts übernehmen. „In Torfhaus haben wir eine Auslastung von 68 bis 69 Prozent. Das wollen wir für Schierke ebenfalls“, kündigte Mairinger an. Auf dem Gelände des Feriendorfs in Schierke sei zudem eine „kleine Gastronomie“ für Frühstück und Imbiss vorgesehen. „Unsere Gäste werden auch für Umsatz in Ihren Restaurants sorgen“, sagte er an die Schierker gewandt. Etwa 20 Arbeitsplätze werden in dem Feriendorf geschaffen – im Bereich der Rezeption, Hausreinigung, Hausmeister und Technik, ergänzte Wodsack. Die Eröffnung ist für Dezember 2017 geplant.

Wann die „Schierker Bergwelten“ eröffnet werden, steht dagegen noch in den Sternen. „Es gibt viele Leute, die denken, man könne das Projekt verhindert“, so Gerhard Bürger. Er betonte: „Das geht aber nicht, es kommt. Davon bin ich überzeugt.“ Er hoffe, dass „wir Ende des Jahres anfangen können zu bauen“.