Blankenburg l Der Besuch des Betriebsausschusses des Tourismusbetriebs Blankenburg (BTB) birgt doch immer wieder Überraschungen. In der veröffentlichten Tagesordnung verschwiegen, wartete die Sitzung im Festsaal des Rathauses mit einer besonderen Präsentation auf: Darin informierte die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Halberstädter Kreativ-agentur IdeenGut über den aktuellen Planungsstand zur beabsichtigten Umgestaltung und Belebung der Burg und Festung Regenstein. Interessierte Zuhörer waren die Mitglieder des Betriebsauschusses, einige wenige Anwohner sowie die Mitglieder des Bauauschusses, die ihren eigenen Sitzungsauftakt kurzerhand in den Rathaussaal verlegten.

Anne-Katrin Reinboth (Teamleiterin Bauen der Stadtverwaltung Blankenburg) und IdeenGut-Mitgeschäftsführer Martin Witschaß fassten zunächst die Schwerpunkte der geplanten Umgestaltung und die Ergebnisse einer Stärken-Schwächen-Analyse zusammen. Dabei wurde deutlich, dass bereits der Aufgang vom Parkplatz zur Burgruine sowie der Eingangsbereich nach heutigen Maßstäben langweilig und nicht zeitgemäß ist. Hinzu kommen ein unzureichendes Besucherleitsystem, kaum Informationen zur Bedeutung und Geschichte der Anlage, fehlende Angebote sowie der schlechte bauliche Zustand einzelner Bereiche inklusive der inzwischen geschlossenen Panorama-Gaststätte.

Attraktive Angebote

Die beiden Partner sehen daher als Hauptaufgabe die Schaffung attraktiver Angebote, die Schaffung eines überregionalen Vermarktungskonzeptes als Ritterburg sowie als regional bedeutender Veranstaltungsort. Erreicht werden soll dies mit einem modernen, frischen, interaktiven Besucher-Informations-Leitsystem. Fest inszenierte Fotopunkte könnten dabei ebenso installiert werden wie eine Aussichtsplattform, eine Signaturwand, auf der sich Besucher verewigen können, multimediale und interaktive Ausstellungsräume und nicht zuletzt Angebote für Kinder und Jugendliche sowie speziell auch für Schulklassen, um die Begeisterung für die einzigartige Anlage zu wecken. Und dies, so Witschaß, müsse bereits am Parkplatz unterhalb der Burg beginnen. Er stelle sich unter anderem einen Abenteuerpfad vor, digitale Schnitzeljagden, Bastelmöglichkeiten, Bogenschießen, Klettern und Bouldern, Schmieden, Schnitzen, Steinmetzen und vieles mehr. „Der Regenstein bietet Potenzial ohne Ende“, sagte er. Es komme aber darauf an, die Besucher nicht nur mit Filmchen zu berieseln oder über die Burg zu führen. Sie sollten selbst aktiv werden, um ein Mix aus Erkenntnisgewinn und Erholung zu erleben. Für Theater- und Musikveranstaltungen schlug er mobile Bühnenelemente vor, um für alle Nutzungsmöglichkeiten variabel zu sein.

Baulich soll vor allem der Eingangsbereich mit Kassenhaus, Toiletten, Gepäckboxen und Souvenirverkauf neu, freundlich und interessant gestaltet werden. Außerdem ist geplant, weitere Kasematten auf dem riesigen Gelände freizulegen und erlebbar zu machen. Die ehemalige Gaststätte, die nicht mehr betrieben werden könne, werde zu einem multifunktionalen Haus des Gastes - als Anlaufpunkt für Touristen, Ausstellungs- und Veranstaltungraum. Hinzu komme ein neuer Kiosk.

Gespräche mit Denkmalschützern

Laut Anne-Katrin Reinboth laufen seit April 2018 umfangreiche Vorgespräche mit Oberer und Unterer Denkmalschutzbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörde zur Abstimmung der Planungen sowie seit Oktober 2018 mit der Investitionsbank Sachsen-Anhalt. In diesen Tagen konnten nun die Förderanträge gestellt werden.