Derenburg l Diesen Ostermontag haben sich die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Derenburg und Heimburg wahrlich anders vorgestellt: Um 9.40 Uhr wurden sie zu den Trockenen Wiesen an der Landesstraße 84 gerufen. Am Zulauf vom Schnee- zum Hellbach hatten Unbekannte 33 Eimer mit Farb- und Bitumenresten sowie Verdünnungsmittel einfach in den Bach geworfen. „Wir haben insgesamt sieben Ölsperren in den Bach gelegt, damit das kontaminierte Wasser nicht in den Angelteich gelangen konnte“, erklärte Einsatzleiter André Salomon.

Zu diesem Zeitpunkt war der Bachlauf nach seinen Schätzungen bereits auf einer Länge von rund 700 Metern verunreinigt. Während die Kameraden die Eimer herausholten, wurde das nachfließende Wasser aus dem Hellbach in einen trocken liegenden Graben auf der gegenüberliegenden Wegseite gepumpt. Die herbeigerufenen Spezialisten der Firma TopCar saugten schließlich die an der Wasseroberfläche schwimmenden Farbreste ab. Ölige Bestandteile wurden mit Absorptionsmatten gebunden. Mit Spaten wurden zudem die Flächen der Böschungen ausgehoben und in Kübel geschaufelt, die mit der weißen und roten Farbe bespritzt worden waren. Nachdem rund 1000 Liter kontaminiertes Wasser in Spezialtanks gesaugt und die Ölfangmatten eingesammelt waren, wurden die betroffenen Uferbereiche noch mit einem speziellen und biologisch abbaubaren Bindemittel besprüht.

Wie Derenburgs Wehrleiter André Salomon mitteilte, waren insgesamt 22 Kameraden aus Derenburg und Heimburg vor Ort. Gegen 15 Uhr war ihr Einsatz beendet. Ein großes Lob richtete Salomon an die aufmerksame Spaziergängerin aus Derenburg, die den Umweltfrevel entdeckt und sofort gemeldet hatte, sowie an die Beamten der Polizei und den Mitarbeiter des Kreis-Umweltamtes, die ebenfalls schnell vor Ort waren - trotz Corona-Krise und den Osterfeiertagen.

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Ebenfalls vor Ort waren Vorstandsmitglieder des Angelvereins „Holtemme“, der den beliebten Angelteich am Hellbach bewirtschaftet und dort jährlich für einen kontinuierlichen Fischbesatz sorgt. Laut André Salomon konnte mit dem Feuerwehreinsatz ein Schaden von mehreren zehntausend Euro verhindert werden.

Derweil hat der Umweltfrevel noch weitere Kreise gezogen. Montagmittag waren an der Straße zwischen Böhnshausen und Mahndorf weitere Farbeimer entdeckt und von den Kameraden der Feuerwehr eingesammelt worden. Zudem wurde dabei bekannt, dass bereits am Karfreitag solche Farbeimer an der Landesstraße 78 zwischen Aderstedt und Gunsleben sowie zwischen Aderstedt und Pabstorf in den Straßengräben gefunden wurden - wahrscheinlich nur eilig von einer Ladefläche geworfen. „Denn die Eimer waren aufgebrochen“, schildert Aderstedts Ortsbürgermeister Maik Berger (SPD) das Szenario.

Er ruft deshalb alle Einwohner auf, die eventuell etwas gesehen haben, sich bei der Polizei zu melden. Bei den sowohl in Aderstedt als auch in Derenburg entsorgten Farbeimern handelt es sich um Profi-Ware von Markenfirmen in größeren Gebinden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.