Wernigerode l Nur ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, und schon war es passiert. Am Donnerstagnachmittag ist ein Zug der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) mit einem Lkw aus den Niederlanden zusammengestoßen. Der Unfall ereignete sich laut Polizei gegen 15.10 Uhr am unbeschrankten Bahnübergang an der Bielsteinchaussee am Ortsrand von Hasserode.

„Der Lkw-Fahrer hat die herannahende Brockenbahn zu spät gesehen“, so HSB-Sprecherin Heide Baumgärtner gegenüber der Volksstimme. Der Lokführer habe zwar noch eine Gefahrenbremsung eingeleitet. Die Brockenbahn kollidierte dennoch mit dem Anhänger des Lasters. Durch die Wucht des Aufpralls kippte dieser um. Der Zug mit „maximal 50 Reisenden“ an Bord sei auf dem Weg vom Brocken nach Wernigerode gewesen, heißt es von Heide Baumgärtner. Darunter war auch eine Gruppe mit Behinderten und Rollstuhlfahrern. Um letztere auf freier Strecke aus dem Zug zu retten, war auch die Fuerwehr Wernigerode im Einsatz, so ein Sprecher.

Bei der Notbremsung hätten sich „einige wenige Fahrgäste“ leicht verletzt, so die HSB-Sprecherin weiter. Die beiden Lokführer seien dagegen mit dem Schrecken davon gekommen. Ein Teil der Reisenden sei nach dem Unfall selbstständig zum Floßplatz gelaufen, um von dort aus den Linienbus zu nehmen. Andere seien mit einem VW-Bus der Harzer Schmalspurbahnen nach Wernigerode gebracht worden. Einige hätten auch am Unfallort gewartet.

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Dampflok an Unfallstelle repariert

Die Dampflok der Brockenbahn-Klasse mit der Nummer 99 7247 war nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrtüchtig. Laut Heide Baumgärtner wurden unter anderem einige Druckschläuche und ein Scheinwerfer abgerissen. Die Lokomotive musste vor Ort repariert werden. Die Arbeiten nahmen ungefähr eine Stunde in Anspruch. „Danach konnte die Lok in unsere Werkstatt gefahren werden.“ Dort werde sie nun nach weiteren Schäden durchgecheckt. Aus der Lok sei Wasser ausgetreten. „Am Freitag wird sie auf keinen Fall fahren können“, so Baumgärtner. Zur Schadenshöhe konnte die Sprecherin noch keine Angaben machen. Man müsse erst die Untersuchung abwarten.

Unterwegs mit der Schneefräse zum Brocken

Wernigerode (mg) l Damit die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) im Winter den Brocken ansteuern können, muss morgens die Schneefräse den Weg freiräumen. So hart ist die Arbeit auf den Gleisen.

  • Die auf Schmalspurbetrieb umgebaute Diesellok der Baureihe 199 schiebt die Schneefräse am Begenungspunkt Goethebahnhof am Brocken voran – der Schnee wird weit ins Gelände hinein geschleudert. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Trotz technischer Unterstützung ist auf der Strecke der Brockenbahn Handarbeit nötig: Hier an der Weiche am Goethebahnhof. Volksstimme-Reporter Dennis Lotzmann (vorn) packt mit an. Foto: Thomas Demuth

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  • Tino Fügner im Führerstand der Lok V 100 schiebt die Gleis-Schneefräse vor sich langsam hinauf in Richtung Brocken. Weil der Schnee nass und schwer ist, geht es zuweilen nur im Schritttempo voran. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Blickperspektive aus dem Führerstand der Schiebelok bei der Fahrt auf den Brocken. Bei extrem großer Schneeauflage auf den Gleisen der Harzer Schmalspurbahnen müssen bestimmte Gleisabschnitte mehrfach befahren und schrittweise gefräst werden. Foto: Dennis Lotzmann

    Blickperspektive aus dem Führerstand der Schiebelok bei der Fahrt auf den Brocken. Bei extre...

  • In der weißen Hölle: Die Schiebelok der Harzer Schalspurbahnen kommt mit der Schneefräse auf dem Brocken an.  Foto: Dennis Lotzmann

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Der Lkw konnte erst am Donnerstagabend mit Hilfe eines Abschleppkrans geborgen werden. Am Anhänger entstand laut Polizei Totalschaden, der Schaden wird auf 20.000 Euro geschätzt. Die polizeilichen Ermittlungen zur Unfallursache laufen.