Wernigerode/Halberstadt l Das Schicksal der siebenjährigen Jamie und des elfjährigen Mika bewegt derzeit eine ganze Region. Die beiden Kinder aus Halberstadt und dem Thalenser Ortsteil Warnstedt sind an Leukämie erkrankt – und die Hilfsbereitschaft im Harz ist riesengroß: Im sozialen Netzwerk Facebook starten Vereine, Institutionen und sogar Stadtverwaltungen fast täglich neue Hilfsaktionen und Spendensammlungen.

Betreut werden das Mädchen und der Junge sowie ihre Familien vom Verein Krebskranke Kinder Harz. „Seit zwei Wochen klingelt das Telefon beinahe ununterbrochen. Nahezu alle Anrufer wollen wissen, wie sie helfen können und welche Möglichkeiten einer Typisierung für eine Stammzellen-Spende es gibt“, erläutert Vereinschef Avery Kolle.

Verein betreut derzeit neun erkrankte Kinder

Jamie und Mika hätten das Thema Krebs so stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wie wohl noch nie im Harz. „Doch wir kümmern uns aktuell um sieben weitere Kinder, die gegen die Krankheit kämpfen – und nicht dieselbe Aufmerksamkeit auf Facebook und Co. genießen“, berichtet Kolle. Dazu sei der Verein in Kontakt mit vier weiteren Familien in der Region, in denen ebenfalls Kinder an Krebs leiden.

Dabei sei das gesamte Spektrum an Hilfe gefragt, die die Vereinsmitglieder leisten können: „Das fängt bei Unterstützungsgesprächen an und endet bei Beratung zu rechtlichen Fragen mit unserem Anwalt Manuel Guckenburg“, erläutert der Vorsitzende der Kinderkrebshilfe. Die aktuelle Situation zeige: „Die Krankheit kann überall einschlagen – ganz unabhängig von sozialem Status oder Wohnumfeld.“

Gleichzeitig ruft der Verein Krebskranke Kinder weiter alle Interessenten dazu auf, sich typisieren und in eine Knochenmark-Spenderdatei aufnehmen zu lassen. „Das hilft allen, die an Krebs erkrankt sind, nicht nur den bekannteren Fällen“, erläutert Kolle. Er rate allerdings zu einem gründlichen Beratungsgespräch vor der Entscheidung.