Treseburg l „Lebensgefährlich“ nennt Hans Christian Schattenberg den steilen Aufstieg zum Wilhelmsblick bei Treseburg. Der Chef des Forstbetriebs Ostharz, der Eigentümer des markanten Aussichtspunktes ist, beschließt deshalb nach einer Besichtigung mit Harzklub-Vizepräsident und Wandernadel-Chef Klaus Dumeier, Ortsbürgermeister Mike Neubarth (parteilos) und Detlef Jörke, Koordinator für touristische Infrastrukur im Landkreis Harz: Der marode Weg, der vom Tunnel an der Landesstraße 93 zu Stempelkasten und Hochzeitsbank auf dem Felsgrat führt, muss gesperrt werden.

„Das Risiko ist einfach zu groß, die Holzstufen stark verwittert und ausgepült“, erläutert Dumeier mit Blick auf den 50 Meter tiefen Hang neben der verwitterten Treppe. „So schön die Idee des Straßenbauers Wilhelm vor mehr als 150 Jahren war, der Wald hat sich seitdem verändert“, sagt der Leiter des Wandernadel-Projektes. Starkregen hätte in den vergangenen fünf Jahren seine Spuren am Aufstieg hinterlassen.

Schon in der nächsten Woche sollen Harzklub und die mobile Burgen-Eingreiftruppe des Landkreises am Start und Ende des Aufwegs Absperrugen aus Eichenholz errichen. Die Reste der Stufen werden zurückgebaut. Am ersten Ausblick hinter dem 22 Meter langen Tunnel durch das Felsmassiv soll eine Sitzgruppe als Rastplatz für Wanderer entstehen.

Felskuppe über Kammweg erreichbar

Das ist für Treseburgs Ortsbürgermeister Neubarth „nicht die Wunschlösung. Wir verlieren damit die direkte Verbindung für Wanderer zur Ross-trappe.“ Doch der Weg zum Wilhelmsblick werde „nicht zur Einbahnstraße“, betont Klaus Dumeier. Der Harzklub-Vizechef verweist auf „andere lohnende Rundwege am Bodetal“ zur Stempelstelle 66.

Und: Nun ist ein lange anvisiertes Ziel für die Treseburger in greifbarer Nähe. Edelstahl-Geländer sollen auf dem Felskamm zumindest das beliebte Fotomotiv und den Aussichtspunkt am Stempelkasten absturzsicher machen, sind sich die Experten nach der Besichtigung einig. Gleiches sei für die nur wenige hundert Meter entfernte Dobblers Höhe geplant.

Hintergrund: Als 1861 die Landstraße von Treseburg Richtung Thale angelegt wurde, kam Baumeister Wilhelm auf die Idee, einen Tunnel zum Bergkamm zu graben. Der Aussichtspunkt ist vom Parkplatz am Bodeufer in Treseburg aus erreichbar.