Wernigerode l „Mit dem hätte ich gerne mal fünf Minuten alleine.“ Wernigerodes Harzklubchef Volker Friedrich ist stinksauer. Sauer über den „irrsinnigen Vandalismus“, dem der Zweigverein in diesen Tagen ausgesetzt ist. Unbekannte haben im Wald um Wernigerode sechs Pfosten mit Wegweisern aus dem Boden gerissen, und etliche Hinweistafeln beschädigt beziehungsweise gestohlen.

Entdeckt hat den Schaden Wegewart Helmut Pook. „Ich war am Sonntag in Richtung Hilmersberg unterwegs“, sagt der Rentner. Am Försterplatz sei ihm aufgefallen, dass dort ein Pfahl mit Hinweistafeln fehle. „Er lag ein paar Meter weiter im Gras.“ Auf dem etwa zwei Kilometer langen Wegeabschnitt zwischen Försterplatz, Hexenstieg, Hilmersberg und Bunkerweg habe sich ihm dann ein Bild der Verwüstung geboten. Einige Pfosten seien über dem Eisenträger geborsten gewesen. Andere seien samt Betonplombe aus dem Waldboden gebrochen worden. „Die Schilder wurden regelrecht kaputt getreten. So kann man die nicht mit der Hand verbiegen.“ Am Abzweig Bunkerweg sei zudem eine hölzerne Sitzbank mit Tisch umgekippt worden.

Nicht der erste Schock in der vergangenen Woche. Schon vor einigen Tagen hatte der Zweigverein den Verlust von drei Schildern zu beklagen gehabt. Unbekannte hatten die Hinweistafeln wohl mit entsprechendem Werkzeug abgeschraubt und mitgehen lassen.

Schilder erst vor Kurzem gereinigt

Das Ärgerliche für ihn als Wegewart sei, dass hier zig Stunden ehrenamtlicher Arbeit zunichte gemacht würden, sagt Helmut Pook. „Erst kürzlich habe ich all unsere Schilder abgefahren und gereinigt. Und dann kommen solche Chaoten.“

Wernigerodes Harzklubler kümmern sich um 156 Wanderwege auf 320 Kilometern Länge. Und das kostet Freizeit. Dazu gehören auch die fast 800 Hinweistafeln an 300 Lärchenpfählen. Normalerweise sind es an die zehn Schilder, die jährlich erneuert werden müssen – entweder aus Altersschwäche oder einfach weil sie weg sind. Die demolierten Schilder verursachen nun zusätzliche Arbeit.

Beschriftet werden die Metallplatten in zweitaufwändiger Handarbeit von Nicole Friedrich. Etwa zwei Stunden lang sitze sie an einem Schild. „Das dauert schon eine Weile“, sagt sie. „Es gibt da eine spezielle Schrift.“ Die Buchstaben trage sie einzeln mit Pinsel und Farbe auf. Vorher müsse sie die Tafel abmessen und Symbole oder Dekorationen platzieren. Dazu komme der Aufwand für das Einbetonieren der Pfähle und das Anschrauben der Schilder, was dann wiederum andere Mitglieder erledigen.

Wegweiser sollen schnell ersetzt werden

All das kommt nun geballt auf die Harzklubler zu, denn sämtliche Hinweistafeln sollen so schnell wie möglich ersetzt werden, wie Zweigvereinschef Volker Friedrich versichert. Zudem wolle er den Schaden bei der Polizei anzeigen - auch wenn er nicht glaube, dass die Ermittlungen erfolgreich verlaufen. „Aber das muss ich tun. Das ist kein Spaß mehr.“

Gleichzeitig möchte Friedrich die Wanderer sensibilisieren, aufmerksam zu sein. „Wenn sie jemanden mit Auto im Wald sehen, der sich an unseren Schildern zu schaffen macht – einfach mal das Nummernschild aufschreiben“, so der Vereinschef. „Dafür ist sicher auch die Polizei dankbar.“ An den Hinweistafeln habe niemand etwas zu suchen - außer dem Wegewart und einigen Harzklub-Mitgliedern.

Hinweise sind beim Harzklub-Zweigverein per E-Mail an harzklub-wernigerode@t-online.de erbeten.