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Wetter Schneeverwehungen und Glätte durch Sturmtief "Elli": So ist die aktuelle Lage in Sachsen-Anhalt

Sturmtief „Elli“ zieht über Deutschland und auch Sachsen-Anhalt ist von dem Extremwetter betroffen. Für das ganze Bundesland gelten Wetter-Warnungen. 

Von Tim Müller, Jonas Lohrmann und Stephan Lohse Aktualisiert: 09.01.2026, 11:39
Mit einem Schneesturm erreichte Tief „Elli“ am Freitagmorgen Halle. Zahlreiche Fahrzeuge sind im Einsatz, um die Straßen zu räumen.
Mit einem Schneesturm erreichte Tief „Elli“ am Freitagmorgen Halle. Zahlreiche Fahrzeuge sind im Einsatz, um die Straßen zu räumen. Foto: Max Hunger

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. - Sturmtief „Elli“ zieht über Deutschland und sorgt auch in Sachsen-Anhalt für Schnee, Glätte und starke Winde. Für das gesamte Bundesland gelten Wetterwarnungen. Schulen, Verkehr und Veranstaltungen sind regional betroffen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Wetterwarnungen im ganzen Bundesland
  • Schnee, Glätte und teils starke Schneeverwehungen erwartet
  • Einschränkungen im Nah-, Zug- und Fährverkehr
  • teilweise Distanzunterricht und Schulausfälle
  • vielerorts werden Veranstaltungen abgesagt

Welche Folgen hat der Wintersturm "Elli" für Sachsen-Anhalt?

Verkehr & Nahverkehr (Stand 11.38 Uhr)

Sachsen-Anhalt: Schneefall sorgt in Sachsen-Anhalt teils für erhebliche Störungen im Nahverkehr. Nach Angaben der Fahrplanauskunft Insa fallen vielerorts ganze Zuglinien ersatzlos aus. Am Vormittag fuhren etwa die Regionalzüge RE 13 zwischen Magdeburg und Dessau-Roßlau, RE 30 zwischen Magdeburg und Halle sowie die S-Bahn-Linie 6 zwischen Naumburg und Leipzig nicht.

Zahlreiche Landkreise haben zudem den Busverkehr aufgrund des Schnees auf den Straßen ganz oder teilweise eingestellt. Aktuelle Informationen zu Zugausfällen und Ersatzbussen in Sachsen-Anhalt gibt es im Netz über den Insa-Störungsmelder sowie die Regional-Webseite der Deutschen Bahn.

Magdeburg: Schneesturm und glatte Straßen, Ausfälle und Einschränkungen im Zugverkehr. Aktuell fährt keine Straßenbahn nach Sudenburg, zudem fallen am Hauptbahnhof zahlreiche Züge aus. Außerdem ist eine Straßenbahn entgleist. Betroffen sind die Linien 1 und 10; Fahrgäste sollen auf die Buslinie 52 ausweichen. Die MVB melden zudem große Verspätungen und Streckensperrungen im gesamten Netz wegen Schneeverwehungen. Gleichzeitig stellen sie klar, dass eine Meldung über eine Einstellung des Verkehrs ab 11 Uhr falsch ist.

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Halle: Die Hauptstraßen sind geräumt, der Verkehr rollt. Die Polizei sagt, dass es am Morgen keine nennenswerten Vorfälle wegen der Witterung gegeben habe.

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Dessau-Roßlau: Der Straßenbahnverkehr wurde gegen 10.45 Uhr eingestellt, Busse fahren weiterhin. Lediglich die Abfallentsorgung wurde in einigen Stadtteilen witterungsbedingt verschoben.

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Altmarkkreis: Der Busverkehr ist zurzeit komplett eingestellt.

Burgenlandkreis: öffentlicher Nahverkehr vollständig eingestellt. Das betrifft sowohl den Linien- als auch den Schülerverkehr. Die winterlichen Straßenverhältnisse führten am Morgen bereits zu zahlreichen Verkehrsunfällen.

Börde: Der Linienverkehr für den ganzen Tag ist eingestellt.

Harz: Der Zugverkehr der Harzer Schmalspurbahnen ist weitgehend eingestellt, lediglich auf der Strecke Nordhausen–Ilfeld fahren noch Züge. Der Winterdienst auf der Brockenstraße wurde gestoppt, die Harzer Verkehrsbetriebe haben ihren Busverkehr bis mindestens Mittag ausgesetzt. Zudem wurde die L 98 zwischen Tanne und Benneckenstein bereits am Morgen wegen starker Schneeverwehungen gesperrt.

Jerichower Land: Der Busverkehr ist komplett eingestellt.

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Mansfeld-Südharz: Der Busverkehr wurde am Morgen weitgehend eingestellt.

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Saalekreis: Auf der A143 und A38 blieben Fahrzeuge liegen, Streufahrzeuge im Saalekreis im Einsatz. In Merseburg ist die Straßenbahnlinie 5 wegen Schnee auf einer Steigung blockiert und fährt derzeit nur bis Ammendorf.

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Salzlandkreis: Gegen 8 Uhr ist der komplette Busverkehr der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Salzland für den gesamten Freitag eingestellt worden. Größere Störungen im Verkehr oder Unfälle gab es laut Polizei bis zum Vormittag nicht.

Landkreis Wittenberg: Die Polizei meldet bislang keine Glätteunfälle oder Verkehrsbehinderungen. Die Lage ist dort aktuell ruhig.

Schifffahrt und Fähren

Bereits seit Mittwoch sind aufgrund der anhaltenden Minusgrade Eisbrecher auf dem Mittellandkanal sowie auf dem Elbe-Havel-Kanal im Raum Magdeburg im Einsatz. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe hatte sich dort bereits eine drei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet.

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Die Elbfähren in Aken, Barby, Breitenhagen, Elster, Ferchland-Grieben, Pretzsch, Rogätz und Werben sind bis auf Weiteres außer Betrieb.

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Aktuelle DWD-Warnungen in Sachsen-Anhalt im Überblick (Stand 10.15 Uhr)

Fast im gesamten Bundesland gelten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Schneefall, Schneeverwehungen und Frost.

  • Im Altmarkkreis Salzwedel gilt eine Unwetterwarnung vor starkem Schneefall bis Samstag, vor Schneeverwehung bis Samstag, 12 Uhr, vor Windböen bis Samstag, 4 Uhr, und vor Frost bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Kreis Anhalt-Bitterfeld gelten Warnungen vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr, sowie vor Frost bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Landkreis Börde gilt eine Unwetterwarnung vor starker Schneeverwehung bis Samstag. Zusätzlich wird vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Windböen bis Samstag, 4 Uhr sowie vor Frost bis Freitag, 18 Uhr gewarnt.
  • Im Burgenlandkreis gilt eine Warnung vor Glätte bis Freitag, 19 Uhr, und vor Frost bis Samstag, 11 Uhr.
  • In Dessau-Roßlau gilt eine Warnung vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr sowie eine Frostwarnung bis Freitag, 18 Uhr.
  • In der Stadt Halle wird vor Schneefall bis Freitag, 12 Uhr, vor Frost bis 18 Uhr und vor Glätte bis 19 Uhr gewarnt.
  • Im Landkreis Harz wird eine Warnung vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr, vor schweren Sturmböen in Lagen über 1.000 Metern bis Samstag, 2 Uhr, sowie vor Frost bis Freitag, 18 Uhr, ausgesprochen.
  • Im Kreis Jerichower Land warnt der DWD vor starken Schneeverwehungen bis Samstag, zudem vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, und vor Windböen bis Samstag, 4 Uhr. Eine Frostwarnung gilt noch bis Freitag, 18 Uhr.
  • In der Stadt Magdeburg wird vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, sowie vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr gewarnt. Zusätzlich gilt eine Frostwarnung bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Kreis Mansfeld-Südharz bestehen Warnungen vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr, vor Glätte bis Freitag, 19 Uhr, sowie vor Frost bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Saalekreis gilt eine Warnung vor Schneefall bis Samstag, 12 Uhr, sowie vor Glätte bis Freitag, 19 Uhr, und vor Frost bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Landkreis Stendal warnt der Deutsche Wetterdienst vor starken Schneeverwehungen bis Samstag, zudem vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, und vor Windböen bis Samstag, 4 Uhr. Eine Frostwarnung gilt noch bis Freitag, 18 Uhr.
  • Im Landkreis Wittenberg wird vor Schneefall bis Samstag, 18 Uhr, vor Schneeverwehungen bis Samstag, 12 Uhr, vor Windböen bis Samstag, 4 Uhr, und vor Frost bis Freitag, 18 Uhr, gewarnt.

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Was passiert mit den Schulen in Sachsen-Anhalt am Freitag?

Aufgrund der extremen Wetterbedingungen stellen teilweise ganze Landkreise auf Distanzunterricht um. Eine grundsätzliche Absage des Präsenzunterrichts im ganzen Land kommt laut Landesschulamt von Sachsen-Anhalt nicht infrage. Dies liege an der komplett unterschiedlichen Lage in den verschiedenen Landesteilen, so die Behörde.

Hier die Übersicht: Diese Schulen in Sachsen-Anhalt haben wegen Sturmtief "Elli" geschlossen

Die Entscheidung, ob ein Schulbetrieb allgemein nicht möglich ist, obliege den Trägern der Schülerbeförderung. Wenn die Schülerbeförderung in einem oder mehreren Landkreisen beziehungsweise in den kreisfreien Städten ganz oder teilweise nicht gewährleistet werden könne, sei dort auch kein Unterricht in Präsenz möglich.

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Worum handelt es sich bei Winter-Tief „Elli“?

„Es handelt sich dabei um ein kleines, aber kräftiges Tiefdruckgebiet, das derzeit von West nach Ost über Deutschland hinwegzieht“, erklärte Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag.

Es handelt sich dabei um ein kleines, aber kräftiges Tiefdruckgebiet.

Thomas Endrulat, DWD

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Laut dem Wetterexperten dreht sich das Tief „wie ein schnelles Wagenrad“ und schleudert dabei niederschlagsreiche Luft aus dem Süden gegen kalte Luft aus dem Norden. „Dadurch entsteht ein quer durch Deutschland verlaufender Streifen, der im Norden für Schnee und im Süden für Regen sorgt“, so Endrulat.

Was macht Wintersturm „Elli“ so gefährlich?

Sturmtief „Elli“ bringt gleich mehrere Besonderheiten mit sich. Besonders gefährlich: Zunächst wird es  an der Front des Tiefs wärmer. In manchen Regionen wird es dadurch regnen. Und wenn der Regen auf gefrorenen Boden trifft, droht Glatteis.

Betroffen sind hier vor allem Süddeutschland bis nach Thüringen hinein. Sachsen-Anhalt könnte hier Glück haben. Entgegen den ersten Prognosen könnte auch der Landessüden vom Blitzeis verschont werden.

In der zweiten Phase bringt Tief „Elli“ dann wieder Kälte, teils viel Schnee in kurzer Zeit und viel Wind mit sich. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.

Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. Der Wind kann dann für Schneeverwehungen sorgen.

In Sachsen-Anhalt ist hier vorwiegend der Landesnorden betroffen. Vor allem die dadurch entstehenden Schneeverwehungen seien gefährlich. „Der Wind trägt den Schnee von einer Stelle zur anderen und häuft ihn dort an“, erklärt der Experte. Die Folge seien blockierte Straßen in Verbindung mit Glatteis.

DWD-Experte: "Wir empfehlen jedem, zu Hause zu bleiben"

Daher rät der Wetterexperte zu besonderer Vorsicht: „Ich kann Meldungen anderer Medien, die von ,Lebensgefahr‘ sprechen, nicht bestätigen. Dennoch empfehlen wir jedem, der zu Hause bleiben kann, auch zu Hause zu bleiben“, so Endrulat.