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KommunalpolitikWarum Bürgermeister im Ilsenburger Ortsteil Darlingerode nicht mehr kandidiert

Darlingerodes Ortsbürgermeister Werner Förster wird zur Kommunalwahl nicht wieder kandidieren. Warum er sich so entschieden hat und welche Pläne es für die Zeit danach gibt.

Von Jörg Niemann 08.02.2024, 15:15
Werner Förster am hauseigenen Teich. Auf dem großen Grundstück gibt es immer etwas zu tun.
Werner Förster am hauseigenen Teich. Auf dem großen Grundstück gibt es immer etwas zu tun. Foto: Jörg Niemann

Darlingerode. - Die Ortschaft Darlingerode wird nach den Kommunalwahlen am 9. Juni eine neue Ortsbürgermeisterin oder einen neuen Ortsbürgermeister erhalten. Der Grund dafür ist einfach: Amtsinhaber Werner Förster (CDU) stellt sich nicht zur Wiederwahl.

„Ich bin jetzt 77 Jahre alt, und deshalb müssen Jüngere ran“, sagt Werner Förster, der erst im Jahr 2022 mit dem Heimatpreis „Ilsenburger Eller“ geehrt worden war. Försters kommunalpolitische Karriere begann nach der Wende. „Bis kurz vor dem Mauerfall war ich im Kloster Drübeck als Klostergärtner beschäftigt. Dann wurde dort plötzlich alles dichtgemacht, und ich wurde arbeitslos. Irgendwer hat mir das Bürgermeisteramt zugetraut, und ich wurde dann gewählt“, sagt Förster, der das Amt dann für einige Jahre innehatte.

Erst arbeitslos, dann Ortschef

Später wurde er von Bernd Donner abgelöst, auf den wiederum Dietmar Bahr als Bürgermeister folgte. Als im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eigenständigkeit Darlingerodes verloren ging und es nur noch ehrenamtliche Ortsbürgermeister gab, da war Werner Förster wieder gefragt, der zunächst von den Einwohnern und später vom Ortschaftsrat zum Ortsbürgermeister gewählt wurde.

Nun soll auch diese zweite Amtsperiode enden, Werner Förster stellt sich nicht zur Wiederwahl. Denn, so verriet er im Volksstimme-Gespräch, er komme mit den vielen Neuerungen nicht mehr klar. „Ich bin bislang immer ohne einen Computer ausgekommen, und mit dem Tablet, das mir als Ortschaftsratmitglied und Ortsbürgermeister gegeben wurde, bin ich nie so richtig warm geworden. Es ist einfach Zeit für Jüngere“, sagt Förster.

Rückzug aus dem Stadtrat

Auch deshalb hatte er sich vor fünf Jahren nicht erneut um ein Mandat im Ilsenburger Stadtrat beworben, sondern hatte nur noch für den Ortschaftsrat kandidiert. Mit Erfolg, wie sich damals zeigte. Nun sei es Zeit für Veränderungen. Christdemokrat Werner Förster könnte sich dabei seine bisherige Stellvertreterin Rosemarie Römling-Germer von der SPD als Nachfolgerin vorstellen. Im Ortschaftsrat gehe es schließlich um den jeweiligen Ort und nicht um Parteien. Aber da will er dem Wählervotum und später der Abstimmung im Ortschaftsrat nicht vorgreifen. Egal, wer ihm im Amt folgen wird, Werner Förster will alle Amtsgeschäfte sauber und korrekt übergeben – „so viel ist das ja nicht mehr. Das Meiste wird ohnehin in Ilsenburg entschieden“, sagt er.

Nachfolger im Verein gesucht

So ganz zur Ruhe setzen will er sich aber auch nach dem Ende seiner Amtszeit nicht. „Wenn mein Rat gefragt ist, werde ich gern helfen. Ansonsten kümmere ich mich mehr um meine Familie, unseren Garten und um meine Bienen“, sagt der begeisterte Imker und Naturfreund, der auch zu seiner Amtszeit nur selten zu Hause anzutreffen war. Den gelernten Landschaftsgärtner zieht es immer wieder in die Natur.

An seinem zweiten Ehrenamt, dem Vorsitz des Darlingeröder Heimatvereins, will Werner Förster noch ein wenig festhalten. Aber auch dort sucht er jemanden, der in absehbarer Zeit den Vorsitz übernimmt, denn auch dort zieht immer mehr Bürokratie ein, die digitalen Lösungen erfordert. Und damit will er sich in seinem Alter nicht mehr beschäftigen.