Umweltamt

Was zu Forellensterben in Holtemme bei Wernigerode bekannt bist

Nach einem Fisch- und Feuersalamander-Sterben bei Wernigerode sind die ersten Untersuchungen abgeschlossen. Warum verendeten Hunderte Tiere?

Von Holger Manigk 24.06.2021, 17:20 • Aktualisiert: 24.06.2021, 18:06
Diese Forellen unterschiedlichsten Alters zählen zu den Tieren, die plötzlich in der Holtemme nahe des Wasserkraftwerks "Steinerne Renne" bei Wernigerode verstarben.
Diese Forellen unterschiedlichsten Alters zählen zu den Tieren, die plötzlich in der Holtemme nahe des Wasserkraftwerks "Steinerne Renne" bei Wernigerode verstarben. Foto: Holger Manigk

Wernigerode - Die Ursache für das plötzliche Massensterben von Forellen und Feuersalamandern in der Holtemme bleibt weiter rätselhaft. Es habe sich „mutmaßlich um einen lokalen, sehr kurzen Eintrag eines fischtoxischen Stoffes“ in den Fluss oberhalb des Wasserkraftwerks „Steinerne Renne“ bei Wernigerode gehandelt, heißt es aus dem Umweltamt des Landkreises Harz auf Volksstimme-Anfrage.

„Wann, wie und durch wen dieser Stoff in das Gewässer eingetragen wurde, ist trotz umfangreicher Ermittlungen bisher nicht feststellbar.“ Das sei das vorläufige Ergebnis der Untersuchungen, nachdem am Sonnabend, 19. Juni, Hunderte Tiere verendeten. Ulrich Eichler vom Verein für Wildfisch- und Gewässerschutz hatte Alarm geschlagen, als Bekannte ihm Bilder der Forellen und Lurche schickten.

Fischpopulation in Holtemme auf 100 Metern zerstört

So hätten sich am Montag, 21. Juni, Vertreter der Unteren Wasserbehörde, der Unteren Forstbehörde, des Forstbetriebs Oberharz und des Gewässerkundlichen Landesdienstes zu einer gemeinsamen Nachkontrolle am betroffenen Gewässerabschnitt getroffen. Die Fischpopulation sei auf etwa 100 Metern Länge zerstört worden.

Proben der Gewässersohle und der auf dem Flussboden lebenden Kleinsttiere hätten keine Beeinträchtigung gezeigt. Selbst empfindliche Lebensgruppen seien nicht gestört wurden. „Der vollständige Untersuchungsbericht dazu liegt noch nicht vor“, berichtet der Mitarbeiter des Umweltamtes weiter.

Keine Hinweise auf Forstarbeiten als Ursache

Ähnliche Resultate lieferte die Auswertung der Daten eines Messcontainers vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, der direkt an der Unglücksstelle steht: Zum wahrscheinlichen Zeitpunkt des Fischsterbens und in den Tagen zuvor gab es „keine wesentlichen Veränderungen von Wasserstand, Trübung, pH-Wert, Leitfähigkeit oder Sauerstoffsättigung“.

Proben aus den am Samstagabend gefundenen Fischkadavern konnten nicht mehr genommen werden, „da diese bereits zu lang tot waren und eine Todesursache so nicht mehr zweifelsfrei im Labor festgestellt werden kann“.

Der Mitarbeiter des Harz-Umweltamtes ergänzt, „dass es keinerlei Hinweise dafür gibt, das ein etwaiger Eintrag in das Gewässer mit den in diesem Bereich stattfindenden Forstarbeiten in Zusammenhang steht“. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt ist erfolgt.