Schneechaos

Wie weiter mit dem Winterdienst im Nordharz?

In der Gemeinde Nordharz könnte es Änderungen im Winterdienst geben. Das Thema für die kalte Jahreszeit war zuvor im Gemeinderat heiß diskutiert worden.

Von Jörg Niemann 05.07.2021, 18:49
Der massive Schneefall im Februar hat auch in Wasserleben für Probleme gesorgt.
Der massive Schneefall im Februar hat auch in Wasserleben für Probleme gesorgt. Foto: Gemeinde Nordharz

Nordharz - Der Winterdienst im Nordharz soll rechtzeitig vor der nächsten kalten Jahreszeit einer Neubewertung unterzogen werden. Zwar sei die Gemeinde für insgesamt drei Jahre an einen Vertragspartner gebunden, doch die Schneefälle im Februar haben gezeigt, dass es Schwachstellen gibt. Das jedenfalls stellte Bürgermeister Gerald Fröhlich (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates fest.

Die Probleme kamen auf, als der Vertragspartner offensichtlich mit den heftigen Schneefällen Anfang Februar überfordert war. Während es aus Heudeber – dort ist der Vertragspartner ansässig – nur Lob gab, hagelte es aus anderen Ortsteilen Kritiken. Dort habe es große Probleme gegeben, bestätigten mehrere Ortsbürgermeister. Dies zwingt die Verwaltung zum Nachdenken.

Ursprung der Misere: Vor etwa einem Jahr kündigte der bisherige Vertragspartner der Gemeinde den Vertrag mit den Nordharzern. Deshalb wurden die Leistungen neu ausgeschrieben, allerdings als Komplettpaket für die ganze Gemeinde. Dass da irgendwas im Argen lag, zeigte sich an der Reaktion auf die Ausschreibung. „Es hat sich damals nur eine Firma beworben“, sagte Bauamtsleiter Sven Scharfe, in dessen Zuständigkeitsbereich der Winterdienst fällt.

Problem bei Ausschreibung

Der Bewerber – ein durchaus angesehenes Unternehmen im Nordharz – erhielt den Auftrag und wurde ausgerechnet in einem Winter auf die Probe gestellt, der mit den schneearmen Vorgängern nicht zu vergleichen war. Im Ergebnis – so die einhellige Meinung im Gemeinderat – hätten sich die Defizite aufgezeigt.

Gerald Fröhlich räumte ein, dass es möglicherweise nicht ganz so glücklich war, den Winterdienst für die Gemeinde als Gesamtleistung auszuschreiben. Mit dem Wissen von heute und den Erfahrungen aus dem Februar wäre es überlegenswert, mehrere Teilbereiche gesondert auszuschreiben – schon allein wegen der geografischen Lage der einzelnen Ortsteile.

Gespräch am Sommerende

Jetzt aber sei die Gemeinde für noch zwei weitere Jahre an den im Vorjahr unterzeichneten Vertrag gebunden. Forderungen aus dem Gemeinderat, diesen Vertrag unter Berücksichtigung der Kritiken des letzten Winters zu kündigen, wollte Fröhlich nicht folgen. „Wir müssen bedenken, dass die Firma das einzige Unternehmen war, das auf unsere Ausschreibung überhaupt reagiert hat. Jetzt zu kündigen könnte neben möglichen juristischen Folgen auch bedeuten, dass wir im nächsten Winter ohne vertraglich gebundenen Winterdienst dastehen“, argumentierte der Verwaltungschef.

Deshalb will er nach den Sommerferien zu einer großen Gesprächsrunde einladen. Dann sollen der aktuelle Vertragspartner, aber auch jene Helfer dabei sein, die im Winter mit ihrer Räum- und Streutechnik das Schneechaos halbwegs in Grenzen hielten. „Ich hoffe, dass in dieser Runde eine für alle vertretbare und auch wirtschaftlich sinnvolle Lösung für die Gemeinde gefunden werden kann. Das setzt aber ein Entgegenkommen von allen Beteiligten im Interesse der Sache voraus“, hofft Fröhlich.