Wernigerode l Das Umweltministerium hat Wernigerode die Neuaufforstung von landeseigenen Flächen untersagt. Diese Nachricht hat im Rathaus der Harz-Stadt für mächtig Ärger gesorgt. Warum?

Um den Schierker Winterberg zur Ganzjahres-Erlebniswelt mit Seilbahn, Skihang, Speichersee, Spielplatz und Parkplatz zu entwickeln müssen insgesamt 23,6 Hektar Wald gerodet werden – Wald, der an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden muss. Eine Auflage, die die Stadt Wernigerode erfüllen muss. Die Voraussetzungen: die in Frage kommenden Flächen müssen geeignet sein, vom Landkreis genehmigt werden und vom Eigentümer zur Verfügung gestellt werden – wie Dennis Paulix vom Liegenschaftenamt im Schierke-Ausschuss informierte.

Theoretisch könne in ganz Sachsen-Anhalt aufgeforstet werden, ergänzte Projektkoordinator Andreas Meling. „Wir haben uns bemüht, Gebiete in Harznähe zu finden. „Der Wald muss ja durch uns bewirtschaftet werden.“

Kandidaten bei Wernigerode und Silstedt

Die Stadt habe viele Flächen untersucht, nicht alle seien geeignet gewesen. Gebiete bei Deersheim, Quarmbeck, Heimburg, Langenstein oder Friedrichsbrunn seien durchs Raster gefallen, so Paulix. Fündig geworden sei die Stadt dagegen unter anderem bei Hausneindorf/Heteborn, (5,83 Hektar), in der Gemarkung Wernigerode (3,39 Hektar), sowie in der Gemarkung Silstedt, Benzingerode (11,56 Hektar). Diese Flächen sind nicht alle im Besitz der Stadt. Das Areal bei Hausneindorf/Heteborn gehört beispielsweise der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt.

Die Fläche, über die die Stadt aktuell mit dem Umweltministerium streitet, liegen südlich von Harzgerode bei Neudorf. Dabei handelt es sich um 6,7 Hektar Wiese beziehungsweise landwirtschaftlich genutztes Areal. Sollte das Ministerium bei seinem Verbot bleiben, müsste die Stadt eine weiteres geeignetes Gebiet zum Aufforsten finden.

Mit der Neuaufforstung sind die Hausaufgaben der Stadt längst nicht getan. Mehr als 50 Hektar Stadtwald sollen aufgewertet werden. Zudem müsste auf 90 Hektar rund um den Winterberg Augleich geschaffen werden für die Eingriffe in das geschützte FFH-Gebiet sowie betroffene Tier- und Pflanzenarten. Die Kosten dafür werden gerade zusammengetragen. „Wir rechnen mit 750.000 bis einer Million Euro“, so Meling. Diese Ausgabe sei im Budget für den Winterberg enthalten.