Schierke l „Wir kommen nächstes Jahr wieder.“ Das hat Martin Weber nach der Sommerbiathlon-Premiere in Schierkes Arena versprochen. Der Leiter der Deutschland-Tour des Sport-erfüllte damit den Wunsch von Peter Gaffert. Wernigerodes parteiloser Oberbürgermeister wagte sich im Prominenten-Rennen als einer der ersten auf den Parcours: 1000 Meter Laufstrecke im Multifunktionsstadion, dazwischen je fünf Schuss liegend und stehend mit dem Lasergewehr, für jeden Fehlschuss eine 50 Meter lange Strafrunde auf Skilanglauf-Cardiogeräten.

„Eine fantastische Kulisse, gute Organisationsarbeit vom Arena-Team und ein toller Wettkampf“ lautete das Fazit von Bremer, der mit der Biathlon-Tour in den vergangenen vier Jahren mehr als 130 Städte in ganz Deutschland besucht hat. „So viele Teams wie in Schierke haben wir selten“, sagte der Veranstalter.

21 Staffeln – darunter Footballer von den Mountain Tigers aus Wernigerode, Kinder und Erwachsene verschiedener Wintersport-Vereine aus dem Harz und Hobbytruppen – gingen an den Start. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Etappe in Braunlage waren es laut der Internetseite der Tour-Organisatoren sechs Mannschaften.

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Mehr Zuschauer bei Biathlo-Tour 2020?

„Nur zum Finallauf hätte ich mir 50 bis 100 Zuschauer mehr gewünscht“, so Martin Bremer. In ebenjenem sorgten die Besucher, die den Weg in die Arena gefunden hatten, aber für den „Gänsehautmoment des Tages“ aus Sicht des gebürtigen Dortmunders: Als Fünfte aussichtlos zurückliegend, quälte sich die Schlussläuferin der Skimäuschen aus Hasselfelde in der Strafrunde auf dem Cardiotrainer. Nun erhob sich gesamte Publikum von den Sitzen und trug die junge Sportlerin mit seinem rhythmischen Applaus bis ins Ziel.

Beeindruckt von den Gastgebern zeigte sich Ehrengast Michael Rösch. Der Ex-Biathlonstar schrieb nicht nur fleißig Autogramme für die Harzer Fans und posierte für Erinnerungsfotos, sondern trug sich auch in Wernigerodes Ehrenbuch des Sports ein. „Das durfte ich zuvor nur in Altenberg“, so der Staffel-Olympiasieger von 2006.

Für Rösch soll sein erster Besuch im Brockenort nicht der letzte bleiben: „Man sieht an den neuen Hotels und Baustellen im Ort, dass sich hier etwas entwickelt“ sagte der Ex-Biathlonstar. Von der Kritik an den Kosten für das extravagante Eisstadion habe der 36-Jährige gehört. „Das gehört bei solchen Projekten dazu, dafür hat Schierke nun ein Schmuckkästchen.“ So war sich der Sachse sicher: „Ich will noch mal nach Schierke, dann aber mit Tour zum Brocken.“