Benneckenstein l In Benneckenstein sind erneut ausländerfeindliche Sprüche an öffentlichen Flächen angebracht worden. Bereits am 4. Mai war nahe der Ende April eingerichteten Außenstelle der Zentralen Erstaufnahmestelle für Asylsuchende (Zast) gegen die dort untergebrachten Flüchtlinge gehetzt worden. Wie Nadine Sünnemann, Sprecherin des Polizeireviers Harz bestätigt, haben Unbekannte in der Nacht zum Dienstag gleich an zwei markanten Orten ihre Spuren hinterlassen.

„Am Norma-Markt wurden auf 16 Metern Länge fremdenfeindliche Aussagen in roter und schwarzer Farbe an die Umfriedung gesprüht. Zudem hing unweit am Bahnhof ein beschriebenes Transparent“, erklärt die Polizeisprecherin. Die auf dem weißen Baumwollstoff zu sehenden weißen Blumenapplikationen lassen die Polizei vermuten, dass es sich um eine Tischdecke handelt.

„Wir prüfen, ob es hier einen Zusammenhang mit der hiesigen Unterkunft gibt“, so Sünnemann. Der Staatsschutz sei eingeschaltet, es laufe ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Laut Strafgesetzbuch drohen den Tätern hohe Geldzahlungen bis hin zu Freiheitsstrafen von drei Monaten bis fünf Jahren.

Mehr Polizeipräsenz

In der Zast-Außenstelle in Benneckenstein sind derzeit 45 Bewohner aus neun Herkunftsländern untergebracht. Das teilt Gabriele Städter vom Landesverwaltungsamt auf Nachfrage mit. „Es handelt sich dabei um Genesene aus dem Quarantäne-Standort Quedlinburg sowie um Bewohner, die – negativ getestet – direkt aus der Zast Halberstadt verlegt wurden“, erklärt sie. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus müssen die Benneckensteiner demnach nicht befürchten.

Um für die Sicherheit der Asylsuchenden zu sorgen, fahre die Polizei verstärkt Streife in Benneckenstein. „Wir sind dort sehr präsent“, betont Polizeisprecherin Nadine Sünnemann. Bewusst setze man nicht auf Zivilstreifen, sondern auf eine erhöhte Sichtbarkeit in Polizeiwagen und Uniform. Vorfälle, in denen die Bewohner der Zast-Außenstelle involviert gewesen seien, habe es laut Polizei bislang übrigens nicht gegeben.

Wer Angaben zur Tat, den Tätern oder der Herkunft des Transparents machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer (03941) 67 42 93 bei der Polizei zu melden.