Rogätz l Wie gebannt verfolgen etwa 150 Augenpaare die Videowand in der Elbe-Ohre-Sporthalle. Dort sind Farbmarkierungen zu sehen, die von rechts nach links laufen. Sobald eine der Farbsäulen den weißen Strich in der Mitte passiert, werden Plastikröhren mit eben dieser Farbe auf den Boden oder auf das Knie geschlagen. Diese Plastikröhren sind so genannte Boomwhackers. Sie erzeugen je nach Farbe und Länge beim Aufprall einen bestimmten Ton.

„Bei einem Trainingscamp unserer Rogätzer Drumline haben wir erstmals mit Boomwhackers gearbeitet. Dabei ist die Idee entstanden, so etwas mit vielen Musikern zu versuchen“, berichtet Jens Gloede, einer der Initiatoren der ungewöhnlichen Aktion.

Die ist für den 30. April geplant. Auf der Rogätzer Schlosswiese sollen möglichst 1000 Menschen mit den klingenden Plastikröhren das Lied „Stand by me“ spielen. Der im vergangenen Jahr verstorbene amerikanische Musiker Ben E. King, machte den Titel schon 1961 zu einem Hit.

Die Rogätzer meldeten ihr Vorhaben als Guinness-Weltrekordversuch an und bekamen dafür auch die Genehmigung in der Kategorie „Largest Percussion Ensemble“ (größtes Schlaginstrumente-Ensemble). Zu den Vorgaben gehört unter anderem, dass das Musikstück mindestens fünf Minuten lang gespielt wird und, dass eine Amtsperson den Rekordversuch begleitet. „Wir werden den Titel zweimal hintereinander spielen, um auf die Zeitvorgabe zu kommen“, erläutert Jens Gloede, „als Amtsperson konnten wir unseren Bürgermeister Wolfgang Großmann gewinnen.“

An jedem Sonntag Training

Noch wird eifrig für das Vorhaben trainiert. Die bislang etwa 150 Teilnehmer üben auf den Boomwhackers bisher den Basslauf und den Melodielauf. Dazu kommen später noch ein Klaviereinspiel, ein Geigensolo und schließlich die Gesangsstimme.

Jens Gloede hofft, dass sich das Vorhaben immer mehr herumspricht und sich noch viele Menschen finden, die gern einmal Weltrekordhalter werden und mitmachen möchten. „Man muss nicht an jeder Probe teilnehmen, aber mindestens zweimal sollte man schon dabeigewesen sein“, so Gloede. Musikalische Vorkenntnisse seien zwar zweckmäßig, aber nicht erforderlich.

Am 30. April soll das Event mit Volksfestcharakter schon um 10 Uhr beginnen. „Dann können noch immer Kurzentschlossene dazukommen und mitmachen“, versichert der Leiter des ehrgeizigen Projektes, „denn auch an diesem Tag wird noch intensiv trainiert.“ Erst gegen 16 Uhr soll dann der Weltrekordversuch starten.

Und wenn es nicht gelingt, 1000 Teilnehmer zum Mitmachen zu bewegen? „Auch, wenn wir die angestrebten 1000 Musiker nicht schaffen, so haben wir doch viel Spaß gehabt“, betont Jens Gloede.