Niederndodeleben l Die Mitglieder des Vereins „Naturfreunde Wartberg“ – kurz: Wartbergverein – hatten sich für den heutigen Sonnabend viel vorgenommen. So wie in jedem Frühjahr wollten sie einen Arbeitseinsatz auf der höchsten Erhebung der Hohen Börde starten. „Wir hätten unsere Aktion im Rahmen des Freiwilligentages in der Hohen Börde vorgezogen, da wir zum Osterfeuer am Ostersonnabend auf unserem Wartberg alles sauber haben wollten“, erklärt der Vereinsvorsitzende Werner Schier, der die Zusage von 15 Helfern schon hatte. Zudem wollte der Landkreis einen Container zur Verfügung stellen, die Gemeinde einen Radlader. „Das musste ich nun alles absagen, weil wir unseren Arbeitsein- satz aufgrund der Kontaktsperre verschieben werden“, so Schier weiter.

Er weiß auch genau, wie dringend nötig dieser Einsatz gewesen wäre. So fällt dieser Tage bereits auf dem Parkplatz wieder einmal der Blick auf Müll unterschiedlicher Art und Gartenabfälle. „Hier hat wohl einer sein Haus aufgeräumt“, sagt Werner Schier angesichts eines Haufens Müll, der sich hinter dem Zaun türmt. Unter anderem ist auch Spielzeug dabei. Ein paar Meter weiter weiterer Hausmüll und auch Grünschnitt.

Pflegemaßnahmen auch im Katzental gegenüber

Das Problem ist in jedem Jahr gleich. In Erinnerung an den Arbeitseinsatz im Vorjahr spricht der Vereinsvorsitzende von zwei Riesencontainern voll Müll, die abgefahren wurden. Neben dem Wartberg mit der Bismarckwarte selbst kümmern sich die Vereinsmitglieder auch um das sogenannte Katzental auf der gegenüberliegenden Seite der Verbindungsstraße zwischen Niederndodeleben und Irxleben. Die Arbeitseinsätze werden aber auch genutzt, um andere Pflegemaßnahmen wie das Reinigen der Treppe zum Bismarckturm durchzuführen.

Werner Schier schätzt ein, dass auf dem Wartberg in diesem Jahr mehr Müll illegal abgeladen wurde. Möglicherweise liegt das auch daran, dass die Annahmestellen im Landkreis Börde momentan geschlossen sind oder die Wege dorthin einigen generell zu weit sind. Die Vereinsmitglieder appellieren an die Vernunft der Bürger, selbst nichts in der Natur zu entsorgen und auch ein Auge darauf zu haben, dass es andere nicht tun.

„Wir holen unseren Arbeitseinsatz aber auf jeden Fall nach, wenn es wieder möglich ist“, fügt der Vereinsvorsitzende an. Nicht nachzuholen sein wird das Osterfeuer, das zunächst den behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Pandemie zum Opfer fällt. Damit werden, wie Schier betont, auch die Holzannahmetermine am Fuß des Bismarckturms gestrichen. „Aber der Ausfall des Osterfeuers bedeutet für uns natürlich auch finanzielle Einbußen“, erklärt er weiter, während er hofft, dass die kleine Herrentagsfeier am 21. Mai wieder stattfinden kann.

Viele Ausflügler lockt es auf den Wartberg

Für die Vereinsmitglieder ist Ostern sonst nicht nur mit der Veranstaltung des Osterfeuers, sondern auch mit einem Treffen am Ostersonntag zum Aufräumen verbunden. Denn die etwa 40 Mitglieder des 1992 gegründeten Vereins „Naturfreunde Wartberg“ wissen um die Beliebtheit des Wartbergs und des Bismarckturms für Ausflügler von Nah und Fern. Gerade jetzt, wo niemand in die Ferne reisen kann, ist jeden Tag und zu fast jeder Tageszeit Betrieb an der Erhebung. „Wir kümmern uns , dass es hier ordentlich ist“, erklärt Werner Schier das Ziel des Vereins.

In diesem Jahr soll der Wartberg noch einmal besonders in den Fokus gerückt werden. Dann, wenn der Bismarckturm im September seinen 110. Geburtstag begeht. Verpackt in einen „Tag der Regionen“ will die Gemeinde voraussichtlich am 26. September gleichzeitig ihr zehnjähriges Bestehen feiern. „Da sind wir aber nur einer von vielen, die Organsiation liegt in anderen Händen“, so Schier, der weiß, dass die Vorbereitungen bereits angelaufen sind.