Wolmirstedt l Der 20. Großboot-Cup wird der letzte sein. Diese Nachricht stimmte viele Teilnehmer traurig, manche begehrten dagegen auf. Die „Promille-Patienten“, ein Freundeskreis aus Wolmirstedtern, Jerslebern, Samswegern und Magdeburgern, verkaufte Schnapsröhrchen für je einen Euro und spendet das Geld für den Kanuverein. „Damit es mit dem Großbootcup weitergeht“, hofft Nicola Bohlein. Das wird es wohl nicht, aber die 20. Auflage wird bei den Teilnehmern sicher noch lange nachhallen.

21 Mannschaften treten an

21 Mannschaften waren an den Start gegangen, den Cup nahmen die „Hägebachpiraten“ mit nach Hause, wieder einmal. Bei den Frauen siegten die „Ohrenixen“, bei den Mix-Mannschaften die „Pauker“. Bei den sechs Land-Wettkämpfen, der „Sixton Challenge“, hatte sich „K2O“ den Sieg gesichert, eine von vier Mannschaften, die das Zielitzer Kaliwerk gestellt hatte. Bei den Spielen an Land war ebenso Teamarbeit gefragt, wie im Boot. Beispielsweise musste sich die komplette Mannschaft auf eine Decke stellen und diese auf links drehen, ohne, dass dabei jemand die Decke verlässt.

Bei den Bootsrennen entschied neben Kraft und Schnelligkeit auch der Paddelrhythmus der Mannschaft über Sieg oder Niederlage. Doch um den Sieg ging es den wenigsten. „Die Stimmung ist richtig klasse“, schwärmten die Frauen der `Ramazottis`, „wir haben viel Spaß zusammen.“ Die Frauen leben mit Glindenberger Feuerwehrleuten zusammen und sind immer wieder gern beim Großboot-Cup dabei. Warum, das erklären sie lachend mit einem Begriff der Manager-Sprache: „Wir betrachten das als teambildende Maßnahme.“

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Die Stadtverwaltung Wolmirstedt hatte zwei Mannschaften am Start, die „Stadtperlen“ und die „Stadtpiraten“. „Das Wetter war super, das Wasser warm, alles war hervorragend organisiert“, jubelt Rathausmitarbeiterin Nancy Heynemann, „ich würde so gern wieder mitmachen.“

Kanuverein zieht Schlussstrich

Das wird nicht gehen, denn der Wolmirstedter Kanuverein hat einen Schlusstrich gezogen. Die Besucher haben Verständnis für diese Entscheidung, die meisten sind dennoch traurig. „Es ist sehr schade, der Großboot-Cup ist einfach geil, war eine feste Größe im Terminplan“, sagt Mathias Koeppe von der Glindenberger Feuerwehr, „aber ich kann die Leute verstehen, die Organisation bedarf immenser Manpower.“

Die Kanuten behalten den Schüler-Großboot-Cup bei und wollen sich für die „Großen“ vielleicht etwas Neues ausdenken. „Es waren 20 schöne Jahre“, resümiert Moderator Joerg Landmann, „was mit ein paar Mannschaften begonnen hat, ist eine große Veranstaltung geworden.“ Nach diesen Worten war wirklich Schluss.

Die Hauptorganisatoren Swen Kleinau, Nicole Jacob und Lutz Neumann winkten, der DJ spielte „Time to say goodbye“ - Zeit, Auf Wiedersehen zu sagen- und vor der Bühne bildete sich eine endlose Schlange. Viele Teilnehmer bedankten sich persönlich und das trieb selbst den stärksten Kanuten Tränen in die Augen. Anschließend stieg eine Party, die dauerte bis weit nach Mitternacht.