Wolmirstedt l Das Interesse der Wolmirstedter am feierlichen Scherenschnitt, mit dem die Straße wieder zur Nutzung freigegeben wurde, war entsprechend groß. Sie mischten sich unter die Mitarbeiter der Verwaltung, die Baubeteiligten und Vertreter des Stadtrates. Das ist auch kein Wunder, denn das Amtstor bildet eine Verbindung, die in der Ohrestadt ein regelrechtes Nadelöhr darstellt. Während der Bauarbeiten konnten Anlieger im Küvhenhorn mit dem Auto nur über Elbeu an ihre Grundstücke herankommen.

Ab sofort können sie wieder den kurzen Weg in die Stadt mit dem Pkw machen. Während der Bauphase war es zumindest möglich, hier zu Fuß oder mit dem Rad zu passieren.

In ihren kurzen Ausführungen hob Bürgermeisterin Marlies Cassuhn hervor, dass es an dieser Stelle sehr gut gelungen sei, den Übergang zur historischen Schlossdomäne mit der Verwendung geborgenen Pflasters zu gestalten. Dabei handelt es sich tatsächlich um Steine, die an Ort und Stelle wieder verwendet wurden.

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Stolperfallen beseitigt

„Insgesamt erfolgte ein grundhafter Ausbau der Straße mit Entwässerungsanlagen“, sagt die Bürgermeisterin. „Auch die Fußgänger werden von der Herrichtung des einseitigen Fußweges profitieren, wurden doch vorhandene Stolperfallen beseitigt.“ Für sehbeeinträchtigte Passanten wurden an den Zuwegungen von der Amtsbrücke zur Ohrepromenade Signalplatten verlegt.

Die Finanzierung der Maßnahme in Höhe von insgesamt 276 000 Euro erfolgte über das Förderprogramm Stadtumbau Ost. Die Kosten teilen sich der Bund, das Land und die Stadt zu je einem Drittel.

Im Rathaus zeichnete Simone Heiß, Stabsstelle für Stadtentwicklung im Ressort Tiefbau, für die Vorbereitung und Durchführung der Maßnahme verantwortlich. Die Bauausführung übernahm eine Firma aus Körbelitz, begleitet wurde die Maßnahme von einem Ingenieurbüro aus Magdeburg.

Signalplatten für Blinde

Die Arbeiten umfassten den grundhaften Ausbau der Straße in Asphaltbauweise mit Entwässerungsanlagen. Dabei handelt es sich um einen Regenwasserkanal und die entsprechenden Abläufe. Für den einseitigen Gehweg in Pflasterbauweise wurden grau-nuancierte Betonsteine verwendet. Dabei handelt es sich um verschiedene Formate sowie Mosaikpflastersteine. An der Kreuzung gibt es auf dem Gehweg hin zur Promenade die bereits beschriebenen Signalplatten. Interessant sind auch die Zufahrten zur Schlossdomäne, für die Natursteinmaterial verwendet wurde. Die Auswahl ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden. Simone Heiß verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass hier eventuell noch spätere Nacharbeiten erforderlich seien. „Die Steine müssen sich noch setzen“, erklärte sie. Kanten und Formen seien ungleichmäßig, daher sei dieser Punkt schon im Vorfeld entsprechend abgesprochen worden.

Die Ausbaulänge beträgt 85 Meter, bei einer Regelbreite des Gehwegs von 1,80 Metern und der Fahrbahn von 5,50 Metern. Es gibt drei neue Straßenlampen. Neben der frisch angesäten Rasenfläche wird es hier künftig noch drei neue Kugel-Ahorn-Bäume zu sehen geben. Der Bau hatte im Mai begonnen und wurde planmäßig beendet.

Einen besonderen Dank richtete die Bürgermeisterin an die Bauarbeiter für die Realisierung des Vorhabens. „Bis ins Rathaus wurde uns von den Bürgern berichtet, dass sie sehr hilfsbereit und freundlich waren“, hob Marlies Cassuhn hervor. Als kleine Anerkennung bekam jeder der Baulete ein Sechserpack Feierabendbier.

Die Restarbeiten wie Beleuchtung, Grün und Fahrrad-schiene zur Ohrepromenade erfolgen ohne Sperrung und Verkehrseinschränkungen von August bis Oktober 2020.