Kitabau

Arbeiten auf der Domäne in Groß Ammensleben laufen nach Lieferengpässen an

Immer wieder war es zu Verzögerungen gekommen, nicht zuletzt wegen Materialengpässen: Nun ist der langersehnte Stahl vor Ort und der Neubau der Kita in Groß Ammensleben hat wieder Fahrt aufgenommen.

Von Sebastian Pötzsch
Der Kita-Neubau soll sich in das historische Ambiente der ehemaligen Domäne in Groß Ammensleben einfügen.
Der Kita-Neubau soll sich in das historische Ambiente der ehemaligen Domäne in Groß Ammensleben einfügen. Foto/Grafik: Ingenieurbüro Labudda und Partner

Groß Ammensleben - Auf der Baustelle auf dem Gelände der ehemaligen Domäne in Groß Ammensleben herrscht reges Treiben. Acht Eisenflechter sind seit guter einer Woche am Werk, um das Fundament für die künftige Kita zu bauen.

Dafür ziehen die Männer teils zentnerschwere Mattenkörbe in die vorbereitete Baugrube. Dabei handelt es sich um große Geflechte aus sogenanntem Stabstahl. Zusätzlich schaffen Kollegen weitere meterlange Stahlstangen heran. Derweil ziehen und zerren die Recken in der Baugrube das Material millimetergenau zurecht. Schließlich wird daraus am Ende ein Fundament entstehen, das die Außenwände der künftigen Kindertageseinrichtung tragen muss. Gut 15 Tonnen des Eisengeflechtes werden allein dafür verarbeitet, erzählen die Männer. Am Ende sollen rund 90 Tonnen Bewehrungsstahl in der künftigen Kita verbaut sein.

Ist das ganze Metall für das Fundament installiert, geht es an die Verschalung. Dafür werden im Prinzip etwa ein Meter hohe Wände aus Holz gebaut und diese anschließend abgestützt. Am Ende muss das Konstrukt hohen Kräften standhalten und dem flüssigen Beton Einhalt gebieten. Wenn alles glatt geht, wird dieser in der kommenden Woche geliefert, um das Fundament zu gießen.

Weitere Etappe erreicht

Damit wäre eine weitere Etappe in der langen Geschichte rund um die Kita genommen. Denn mehr als zehn Jahre war in der Einheitsgemeinde gerungen worden. Im Jahr 2010 hatte sich der Gemeinderat nämlich entschlossen, einen zukunftstauglichen Kita-Neubau für 120 Kinder in Auftrag zu geben. Schließlich wurde im Jahr 2015 sowie ein Jahr später mehrheitlich im Gemeinderat beschlossen, die Kitas Groß Ammensleben, Klein Ammensleben und Gutenswegen in einem Neubau auf dem Gelände der Domäne in Groß Ammensleben zusammenzulegen.

Aufgrund dieser Beschlüsse hatte die Gemeinde im Oktober 2016 einen Fördermittelantrag über das Programm „Stark III“ eingereicht. Am 18. November 2020 ging der Fördermittelbescheid ein. Bereits Ende Oktober 2020 hatten sich die Ratsmitglieder mehrheitlich für die Annahme der Gelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro entschieden.

Rund 900.000 Euro muss die Gemeinde aus eigener Tasche beisteuern. Doch wird der Neubau wohl teurer. Das hatte Bürgermeister Stefan Müller während des Spatenstichs Anfang April vorhergesagt. Verantwortlich sind die in Deutschland rasant gestiegenen Baukosten und weltweit gestiegenen Baustoffpreise wie für Holz und Stahl.

Doch diesem Problem könnte sich ein zweites hinzugesellen. So hat der Fördermittelgeber ein zeitliches Limit zur Umsetzung des Projektes gesetzt. Demnach sollte die neue Kita bereits bis Ende dieses Jahres fertig sein. Zwar wurde ein Antrag auf Fristverlängerung genehmigt. Allerdings gilt diese „nur“ bis 30. Juni 2022.

„Trotz der Verzögerungen wegen des Stahls ist der Bauzeitplan unverändert. Das haben uns die gebundenen Baubetriebe zugesagt“, erklärt die zuständige Fachdienstleiterin Ina Stimpel auf Volksstimme-Nachfrage. Demnach sollen die Rohbauarbeiten in September beendet sein.

Eisenflechter auf der Kita-Baustelle auf der Domäne sorgen für Stabilität des künftigen Fundaments.
Eisenflechter auf der Kita-Baustelle auf der Domäne sorgen für Stabilität des künftigen Fundaments.
Foto: Sebastian Pötzsch