Niederndodeleben l Die intensive Festvorbereitung hat sich ausgezahlt, denn immerhin 170 Musikfreunde hatten den Weg in die Wartberghalle gefunden. Sie dankten den Chören mit lautstarkem Beifall, ganz oft stimmten sie selbst mit in den Chorgesang ein.

Auch wenn vier der eingeladenen Gastchöre aus unterschiedlichen Gründen ihre Teilnahme absagen mussten, sorgten der Gemischte Chor „Concordia“ Barleben, der Frauenchor Meitzendorf, der MGV „Concordia“ Neuenhofe, der Volkschor Magdeburg, der Gemischte Chor Wolmirstedt, der Glindenberger Chor und natürlich der gastgebende Gemischte Chor „Die Wartbergsänger“ aus Niederndodeleben für ein stimmgewaltiges chorales Erlebnis. Schlag 14 Uhr hieß der oberste Wartbergsänger Michael Reinhardt Gastchöre und Besucher willkommen. Durch das Programm führte Joachim Bau.

Staatssekretär übergibt Plakette

Seit Sonnabend nun ist es amtlich: In der Verleihungsurkunde, die mit der Zelterplakette übergeben worden ist, steht folgende Formulierung: Gemischter Chor „Die Wartbergsänger“ Niederndodeleben e.V. in Tradition des Männergesangvereins „Sängerbund“ Niederndodeleben seit 1883. Die Auszeichnung mit der Zelterplakette nahm Dr. Sebastian Putz (CDU), Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, vor. Zu den Gratulanten gehörten der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrends (CDU) und Hohe-Börde-Bürgermeisterin Steffi Trittel (parteilos).

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„Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für alle Sängerinnen und Sänger, die Chor uns Gesang hier in Ihrer Heimat über Generationen hinweg ehrenamtlich mit viel Kraft geprägt und mitgestaltet haben“, stellte Sebastian Putz in seiner Laudation fest. Steffi Trittel gratulierte im Namen des Gemeinderates. „All denen möchte ich danken und meine Anerkennung aussprechen, die seit der Gründung über Generationen hinweg bis in die Gegenwart in vorbildlicher Weise mit großem persönlichem Engagement und Einsatz wirkten und wirken.“

Manfred Behrens lud die „Wartbergsänger“ nach Berlin in den Bundestag ein, Steffi Trittel hatte einen Fördermittelbescheid für die Chorarbeit in Niederndodeleben in der Tasche. Das etwa dreistündige Programm sorgte für Beifallsstürme. „Alle Chöre waren begeistert und haben zur Erinnerung einen Pokal in Form eines Notenschlüssels erhalten“, freute sich Joachim Bau über die sehr gute Resonanz. Der Dank der „Wartbergsänger“ ging auch die Vereine des Dorfes, Heimat- und Kulturverein, die Feuerwehr des Dorfes, die Schulen und die Gemeinde Hohe Börde, die das Fest tatkräftig unterstützt haben.

Singen im Ort hat nie aufgehört

Der Niederndodeleber Chor kann auf eine 135-jährige Chortradition verweisen. Grundlage für diese im Chorwesen sehr hohe Auszeichnung waren Recherchen zur Historie des Chorwesens in Niederndodeleben und Umgebung, die vom langjährigen Vorsitzenden des Chores, Joachim Bau, angestellt wurden. Dabei kam heraus, dass es nach Gründung des ersten Männerchores, weitere Gründungen gab bis auf die Anzahl 5, wenn man Schnarsleben noch dazu rechnete kam noch einer dazu. Das Chorsingen hat in diesem Ort nie aufgehört zu existieren nicht mal bedingt durch die zwei Kriege, allerdings überlebten nicht alle Chöre. Nach 1945 fanden sich wieder Männer, die das Zusammengehörigkeitsgefühl, das sich durch das Singen zu allen Zeiten ergibt, wieder erleben wollten, und gründeten den Männerchor wieder, der bis Mitte der 60-er Jahre bestehen blieb und zeitweise eine Mitgliederstärke von 70 Mann hatte.

Dann hatten nach und nach die Männer andere Bedürfnisse und es wurde 1968 die Idee geboren, die Frauen mit ins Boot zu nehmen, und einen Gemischten Chor zu gründen. Zu denen, die sowohl im Männerchor als auch im gemischten Chor gesungen haben oder noch singen, gehören die Ehrenmitglieder Walter Wille und Uwe Stahn, der seit 1973 den Chor ununterbrochen leitet. Und zu den längsten im Gemischten Chor gehören Helga Kobelt, unser Ehrenmitglied Annemarie Wille und Wolfgang Schmid. „Manche sogenannte Tougetreckte haben sich durch den Chor sehr schnell ins Ortsgeschehen eingewöhnt beziehungsweise schnell engagiert“, erzählt Joachim Bau.

Der Chor hat sich ständig weiterentwickelt, gehört zur kulturellen Szene im Bördekreis und Umgebung – er hat bereits zwei mal beim Magdeburger Chorfest und beim Weihnachtssingen in der MDCC-Arena mitgemacht. Derzeit zählt der Chor 29 Sängerinnen und Sänger. Was ihm fehlt, ist Nachwuchs, insbesondere bei den Männern, egal welchen Alters. Wer also Lust am Singen hat: Immer montags um 20 Uhr probt der Chor im „Küsschen“ in Niederndodeleben.