Samswegen l Einen Brand mussten Kameraden dreier Feuerwehren der Niederen Börde am späten Donnerstagabend löschen. „Wir wurden um 23.23 Uhr alarmiert“, berichtet Marco Wieneke, der stellvertretende Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Samswegen. So wurden die Kameraden zu einem Brand in der Biogasanlage Samswegen gerufen. 29 Kameraden aus Samswegen, Jersleben und Groß Ammensleben rückten aus.

Hohes Gefahrenpotential

Weil das Gefahrenpotential Marco Wieneke zufolge immer vergleichsweise hoch ist, wenn es um einen Brand in einer Biogasanlage geht, war für die Brandbekämpfer schnell klar, dass unter der Einsatzleitung von Ortswehrleiter Mathias Wolff zwei Einsatzabschnitte zu bilden waren. „Ein Abschnitt war mit der Brandbekämpfung beschäftigt, der andere war für die Wasserversorgung zuständig“, erklärt Marco Wieneke. Die Biogasanlage liegt ein gutes Stück hinter dem Samsweger Sportplatz. Der letzte brauchbare Hydrant befindet sich laut Marco Wieneke direkt am Sportplatz, sodass eine Schlauchleitung von dort aus bis zu dem Brandort gelegt werden musste.

Aus bislang ungeklärter Ursache war ein großer Motor in der Biogasanlage in Brand geraten. Der gasbetriebene Motor wird zum Betreiben der Anlage, also zur Stromproduktion, benötigt.

Polizei untersucht Brandort

Relativ zügig konnten die Feuerwehrleute das Feuer jedoch löschen. „Der Einsatz wurde um 01.30 Uhr beendet“, sagte Marco Wieneke. Mit einer Wärmebildkamera untersuchten die Kameraden den Brandort noch ein letztes Mal, bevor sie ihn verließen. Der durch den Brand entstandene Schaden beläuft sich der Polizei zufolge auf rund 500.000 Euro. Der Brandort wurde zunächst von den Beamten beschlagnahmt, die Polizei befragte erste Zeugen und fotografierte den Schadensort. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Hauptmodul nicht betroffen

„Der Vorfall ist natürlich sehr unerfreulich“, bestätigt unterdessen Daniel Duben, Pressesprecher der Firma Abowind, die die Biogasanlage in Samswegen betreibt. Sozusagen Glück im Unglück hat das Unternehmen jedoch gehabt, weil das sogenannte Hauptmodul der Biogasanlage nicht betroffen war. In diesem Falle wäre der Schaden wohl noch größer gewesen.

Die Anlage verfüge laut Pressesprecher über zwei Blockheizkraftwerke. In Betrieb war zum Zeitpunkt des Geschehens das Nebenmodul, das offenbar in Brand geriet. Derzeit prüfe ein Elektriker, ob durch das Feuer Leitungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Momentan ist die Biogasanlage außer Betrieb. Wann sie wieder angefahren werden kann, könne laut Daniel Duben erst nach Abschluss aller Untersuchungen gesagt werden.