Niederndodeleben l „Was für Sachsen-Anhalt der Sachsen-Anhalt-Tag ist, ist für die Hohe Börde das Bördehoffest“, fasste die Bürgermeisterin Steffi Trittel am Sonnabend in Niederndodeleben zusammen. Schon zur offiziellen Eröffnung der zwölften Auflage des Bördehoffestes hatten zahlreiche Gäste den Weg bis zur Bismarckeiche im historischen Ortskern von „Schnarsleben“ – seit mehreren Jahrzehnten in Niederndodeleben eingemeindet – gefunden. Doch über den Tag sollten, wie Christel Westerholz als Chefin des Kultur- und Heimatvereins Niederndodeleben-Schnarsleben später bilanzierte, noch viele, viele Gäste mehr kommen und durch die Gassen von einem Hof zum anderen schlendern. „Und sie haben auch trotz des verregneten Nachmittags durchgehalten“, so Christel Westerholz, die auch allen Mitstreitern einen großen Dank aussprach.

Der Auftakt aber war eigentlich Pfarrerin Kathrin Hollax und ihrem Vorgänger Peter Herrfurth, unterstützt von einem Quartett des Nordgermersleber Posaunenchors, vorbehalten. Sie hatten bereits vor Beginn des Hoffestes in die Stephanuskirche eingeladen und auf besondere Weise an die Zeit von Luther erinnert. Grundlage des Gottesdienstes bildeten Sequenzen aus dem Film „Luther“.

40 verschiedene Kuchen gebacken

An 13 Stationen lohnte sich über den Tag das Haltmachen und wer wollte, konnte sich von der Feuerwehr in ihren historischen Autos kutschieren lassen. Da gab es Kinderbelustigung hier und dort einen Trödelmarkt, dort eine Gartenausstellung und dort historische Landmaschinen zu bestaunen und wieder anderswo auch Informationen über die Kaninchenzucht oder die Arbeit der Jäger. Selbstverständlich kam auch auf den Höfen und an den Ständen dazwischen das leibliche Wohl nicht zu kurz – egal, ob die Gäste es lieber deftig oder lieber süß mochten. Nach Aussage der Vereinsvorsitzenden war zum Schluss des Festes alles Verzehrbare ausverkauft.

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Ein Höhepunkt für alle Leckermäuler aber war wohl erneut das Kuchenbüfett auf dem Westerholzschen Hof. 40 verschiedene Kuchen hatten die fleißigen Kuchenbäckerinnen gezaubert, wohl nicht ohne sich eine Chance auf den Königstitel aus zurechnen – die 13. Bördebackkönigin und die 2. Bördebackprinzessin wurden gesucht. 986 Euro flossen durch das Kuchenangebot in die Vereinskasse.

Und die Gäste stimmten auch fließig ab. „So knapp wie diesmal war es noch nie, bis zum siebenten Platz hatten wir jeweils immer nur eine Stimme Unterschied“, so die Vereinschefin. Am Ende lag die Spinatschnitte, gebacken von Christine Warmers, vorn. Somit wird sie für ein Jahr den Titel „Bördebackkönigin“ tragen. Dass auch die nächste Generation nicht auf sich warten lässt, bewiesen Bördebackprinzessin Leni Steimecker und noch einige andere Kinder mit Freude am Backen.

Und auch kulturell waren die Kleinen ganz groß. So gestalteten auch der Kinderchor „Börderübchen“, die Tanzgruppe „Flash“ und die Theatergruppe der Grundschule sowie die „Tanzmäuse“ das Programm mit. Den „Wartbergsängern“, die schon zur Eröffnung das Lied vom Bördehoffest sangen, folgten auf der Bühne an der Bismarckeiche außerdem die Linedancegruppe aus Niederndodeleben, die Plattspreeker ut Doleen und die „Schrotewichte“, die mit ihrer Blasmusik unterhielten. Vom durchwachsenen Wetter ließ sich auch der Niederndodeleber Tanzmäuse-Tanzstudio-Carnevals-Club nicht die Laune vermiesen und sorgte für den lachintensiven „Rausschmeißer“. „Alle waren sehr zufrieden.Es war ein rundum gelungenes Fest“, erklärte Christel Westerholz rückblickend.