Barleben l „Eigentlich waren wir ja noch gar nicht vorgesehen. Aber unser Einsatz hat sich gelohnt“, freut sich Thomas Grosse, Vorstand der Ecole-Stiftung in Barleben. Er spricht von dem Programm „Glasfaser für Schulen“ der sachsen-anhaltischen Landesregierung. Damit sollen Voraussetzungen geschaffen werden, 895 Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft inklusive ihrer 54 Nebenstandorte bis Ende 2021 mit einem zukunftsfähigen, breitbandigen Glasfaseranschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu einem Gigabyte auszustatten.

Startschuss nach den Winterferien

Zunächst waren 26 Schulen als Piloteinrichtungen ausgewählt worden. Diese Schulen würden also zuerst mit der neuen Technik ausgestattet. „Wir haben uns im November an das Finanzministerium gewendet und konnten darlegen, dass wir ja vergleichsweise technisch gut ausgestattet sind. So haben wir es doch noch in die erste Runde geschafft“, erklärt Thomas Grosse.

Bereits Anfang Dezember lagen entsprechende Anträge der Telekom sowohl für die Grundschule als auch für das Gymnasium vor. „Noch vor Weihnachten waren Techniker bei uns und haben sich die technischen Bedingungen angeschaut“, erinnert sich der Ecole-Vorstand. Bereits in der kommenden Woche sollen die entsprechenden Anschlüsse verlegt und an das Glasfasernetz der Telekom angeschlossen werden. Grosse: „Im Gymnasium müssen nur Leitungen in den Server-Raum verlegt werden. In der Grundschule sieht es etwas anders aus. Die Leitungen müssen erst in den Hausversorgungsraum verlegt werden. Alles ist hier mit etwas Buddelei verbunden.“

Am 13. und 14. Februar sollen dann die Restarbeiten erfolgen. Wenn alles nach Plan verläuft, können die Schüler und Lehrer ab dem ersten Schultag nach den Winterferien superschnell im Internet surfen und mit entsprechenden Inhalten lernen .

Förderung hört im Serverraum auf

„Doch die Förderung des Landes hört sozusagen im Serverraum auf“, sagt Thomas Grosse und ergänzt: „Jetzt kommt der Digitalpakt der Bundesregierung zum Zuge.“ Denn die Infrastruktur wie kabellose Datenübertragung, digitale Schultafeln und weitere diverse digitale Unterrichtsmittel müssen über diesen Topf gefördert werden. Tablets werden nur mit 25.000 Euro pro Schule unterstützt. „Dafür müssen wir ein Medienbildungskonzept erstellen, das gerade in Arbeit ist“, sagt der Vorstand und fügt hinzu: „Für viele Schulen ist das ein Problem, Ecole dagegen ist schon zu 80 Prozent fertig.“ Insgesamt wären Fördermittel in Höhe von 475.000 Euro möglich. Die Gelder könnten bis Mitte 2021 abgerufen werden.

Grosse sieht für die Ecole-Schulen gute Chancen, in den Genuss eben jener Unterstützung zu kommen, „schließlich fangen wir ja nicht bei Null an.“ So sei im vergangenen Schuljahr bereits eine Testklasse mit Tablet-Computern ausgestattet worden, in diesem Schuljahr folgte eine Vergleichsklasse. Ein Ergebnis dieser Pilotphase ist, dass die Schultaschen viel leichter seien, weil die Schüler weniger Bücher schleppen müssten. Doch hätten die Lehrer festgestellt, dass bessere Schüler noch besser klarkämen, schlechte Schüler aber weiter hinterherhinkten. „Deshalb wir die Komplettausstattung mit Tablets nicht weiter verfolgt. Wir setzen künftig auf Klassensätze“, sagt Grosse.

So müsse künftig über Leasingverträge diskutiert werden und über Folgekosten. Denn die monatlichen Betriebskosten für das schnelle Internet werden zunächst nur bis Juni 2023 vom Land übernommen. Was danach kommt, steht noch in den Sternen. Laut Thomas Grosse sollte Sachsen-Anhalt auch weiterhin zahlen.