Groß Ammensleben l Ortsbürgermeister Klaus-Rüdiger Pfeiffer und Ortschaftsratsmitglied Tobias Müller setzen sich für eine weitere Informationsveranstaltung und die Verteilung von Flyern in Groß Ammensleben ein. „Wir wollen die Bürger noch einmal auf den Sinn des Breitbandnetzes aufmerksam machen“, sagt der Ortsbürgermeister. „Es ist eine Chance für die gesamte Region und so lange die Bauarbeiten noch laufen, ist ein kostenloser Glasfaseranschluss ans Haus möglich.“

Bislang steht die Quote der Anmeldungen bei acht Prozent. Die Basis ist also schmal, und 47 Prozent müssten es sein, um den Ort anschließen zu können. Ob die verbleibende Zeit allerdings ausreicht, um entsprechend viele Bürger von den Vorteilen zu überzeugen, wird sich zeigen. Die Ortschaftsratsmitglieder lassen sich jedoch nicht entmutigen. „Den Termin für die Infoveranstaltung geben wir zeitnah bekannt“, versichert Tobias Müller.

„Schwer wird das Vorhaben auf jeden Fall“, schätzt Klaus-Rüdiger Pfeiffer ein. „Es gibt teilweise eine ganz gute Versorgung mit dem Internet, da sehen viele Leute nicht ein, warum sie wechseln sollten.“ Argumente, wie die Aufwertung eines Grundstücks durch einen Glasfaseranschluss, ziehen ebenfalls nicht wirklich. „Ja, den meisten Menschen reicht das, was sie jetzt haben“, wirft Tobias Müller ein. „Dass sie künftig eher zu den Abgehängten gehören werden, ist noch nicht im Denken angekommen.“

Übertragungsrate nahezu unbegrenzt

Die Übertragungsraten und Möglichkeiten per Glasfaser seien nahezu unbegrenzt. „Wer sich einmal das bislang verwendete Kupferkabel anschaut, der sollte schon nachdenklich werden“, sagt Tobias Müller, der als Elektriker tätig ist und einen ganz guten Einblick in die Materie hat. „Eine gute Basis für die Zukunft ist das nicht, weil es einen leistungsmäßigen Flaschenhals darstellt.“ Bemerken würden die Nutzer das erst in der nahen Zukunft, wenn Angebote wie die Arztsprechstunde per Computer oder die Aussteuerung von ganzen Prozessen in einem Haus zur Verfügung stehen.

„Es ist allerdings schwer, das jetzt schon begreiflich zu machen“, gibt Tobias Müller zu. „Außerdem wird auch mit den anfallenden Kosten argumentiert.“ Da schon allein die Grundlagen des oft angewendeten sogenannten Vectoring mit einem modernen Glasfasernetz nicht zu vergleichen wären, sei das kaum ein schlüssiges Argument. „Es wäre natürlich bedauerlich, wenn gerade der Ort als Sitz der Verwaltung der Gemeinde Niedere Börde von der Versorgung ausgeschlossen bliebe“, befindet der Ortsbürgermeister. Einfluss auf den Anschluss der Verwaltung und der künftigen Kindertagesstätte sowie des neuen Feuerwehrgerätehauses habe das allerdings nicht.

„Dafür werden Lösungen gefunden“, verdeutlicht Pfeiffer. „Wir wollen allerdings schon gern den Bürger mitnehmen.“ Der sollte seiner Meinung nach auch das künftige Home-Office nicht aus den Augen verlieren. Gerade das Gewerbe könne profitieren.

„Es ist schon jetzt üblich, dass beispielsweise Updates für Firmensoftware in Größenordnungen per Internet erfolgen“, fügt Tobias Müller hinzu. „Per Breitband wäre da eine enorme Zeiteinsparung drin.“ So lange noch gebaut wird, sind Anmeldungen für das Breitband noch möglich und der Anschluss erfolgt kostenfrei. Als letzten Termin hat die Verwaltung erst kürzlich denn 29. Februar gesetzt. Danach wird ein Hausanschluss richtig teuer.

Kosten im vierstelligen Bereich

„Um einmal die Dimension zu begreifen, lohnt sich ein Blick in die Hohe Börde“, sagt Müller. „Dort sind generell keine Hausanschlüsse vorgesehen und die Interessenten müssen schon jetzt entsprechende Summen bezahlen, so sie denn Glasfaser ins Haus wünschen.“ Je nach Entfernung zum entsprechenden Anschluss seien da Summen bis in den vierstelligen Bereich hinein zu zahlen. All das werde man den Bürgern auf der Infoveranstaltung erläutern.