Barleben l Rund 6800 Kilometer Glasfaserkabel sollen im Landkreis Börde in den nächsten zwei Jahren in die Erde gebracht werden. Den ersten symbolischen Spatenstich für den Ausbau eines der größten Glasfaserprojekte zur Errichtung eines Breitband-Giga-Netzes in Sachsen-Anhalt ist am Dienstag in Barleben gesetzt worden. Am Innovations- und Gründerzentrum versammelten sich Vertreter der acht Gemeinden des Landkreises, die sich an dem Projekt beteiligen, Vertreter des Kreises sowie des künftigen Netzbetreibers DNS:NET Internet Service.

Vor dem symbolischen Akt richtete unter anderem Landrat Hans Walker ein Grußwort an die Gäste. Er betonte, dass es wichtig sei, in Sachen Technologie beim Thema Breitband im ländlichen Raum einheitliche Wege zu gehen. „Wenn wir Menschen hier bei uns behalten wollen und Zukunft gestalten wollen, dann haben wir auch eine Infrastruktur durch Breitband zu gestalten“, sagte er. Walker wies darauf hin, dass viele Orte schon lange und wiederholt um eine bessere Breitbandversorgung kämpften und die „ewige Geldvernichtung für bestehende Kupfer- und Telefonnetze“ nicht fortgeführt werden solle.

Kupferkabel werden abgelöst

In der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Breitband haben sich neben dem Landkreis Börde die Gemeinden Niedere Börde, Barleben, Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Oschersleben, Wanzleben sowie die Verbandsgemeinden Flechtingen, Elbe-Heide und Westliche Börde zusammengeschlossen. Ziel ist es, das Glasfasernetz im Bördekreis bis 2020 auszubauen und damit die Technik mit Kupferkabeln abzulösen. Die Planung, Materialbeschaffung, Ausbau und Tiefbau sowie Vermessung und Dokumentation übernehmen laut Projektsteuerer Holger Haupt sechs Generalunternehmen.

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In den Gemeinden soll so flächendeckend ein modernes Glasfasernetz entstehen. Wo bisher teilweise nur die Grundversorgung mit einer Datengeschwindigkeit von 2000 Kilobit pro Sekunde gewährleistet ist, sollen dann je nach Kundenwunsch Geschwindigkeiten von 150 bis 1000 Megabit pro Sekunde möglich sein. Am Ende könnten rund 32.000 private und 5600 gewerbliche Anschlüsse entstehen, die insgesamt 100.000 Einwohnern, mehr als 5000 Unternehmen und allen öffentlichen Einrichtungen, insbesondere auch allen Schulen in den Fördergebieten Zugang zum schnellsten Breitbandnetz ermöglichen.

Bund fördert das Projekt

Noch nicht in allen beteiligten Kommunen ist die Akquise, wie viele Grundstückseigentümer verbindlich Interesse an einem solchen Breitbandanschluss haben, abgeschlossen – in Barleben selbst soll die erste Informationsveranstaltung für die Einwohner erst am 10. September stattfinden. Nur wenn ein gewisser Prozentsatz an Zusagen vorliegt, können die Bauarbeiten für das Glasfasernetz beginnen. In der Einheitsgemeinde Barleben beispielsweise müssen mindestens 60 Prozent der Grundstückseigentümer Bedarf an einem Breitbandanschluss anmelden und Vorverträge abschließen.

Der Bund fördert das über 170 Millionen Euro teure Projekt knapp zur Hälfte. Für den Rest müssen die Gemeinden in Vorkasse gehen. Über eine langfristige Pacht durch den künftigen Netzbetreiber soll das Geld wieder hereingeholt werden.