Gerhard und Thomas Noetzel produzierten CD

Brüderpaar vereint die Instrumente

Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt. Im vergangenen Jahr spielten sie ein außergewöhnliches Konzert in der Katharinenkirche, jetzt gibt es die CD dazu. Die Rede ist von den Brüdern Gerhard und Thomas Noetzel. Die intonieren gemeinsam klassische Musik und Pop auf der Orgel und dem Schlagzeug. Eine ungewöhnliche Kombination, die viel Erfahrung und musikalischen Mut erfordert. In diesem Falle sind beide Meister ihres Fachs, es entsteht Musik, die zu Herzen geht, aber auch das Blut wallen lässt. "Die Unvollendete" von Schubert gehört ebenso zu ihrem Repertoire, wie progressiver Rock von "dream theatre", irische Musik oder ein Tango.

Als Duo nennen sich die beiden "Drugan", das "Dru..." stammt von "drum", dem Schlagzeug, das "...gan" vom englischen Wort für Orgel, "organ". Witziger Nebeneffekt: Drugan heißt auf russisch "Freundchen". Als sie davon hörten, nahmen die beiden die Übersetzung auf und nannten die Eingangsmelodie, das Intro, ebenso niedlich "Introchen". Die Musik hingegen ist nicht niedlich, sondern voller Inbrunst. "Man kann auf der Orgel fast jedes Instrument spielen", sagt Gerhard Noetzel, "selbst das Bandoneum für den Tango". Die Füße spielen den Bass, nur das Schlagzeug muss extra den Takt angeben. Dafür ist Thomas Noetzel zuständig.

Gerhard und Thomas Noetzel sind zwei von fünf Geschwistern. Sie wuchsen auf in der Altmark, sowohl Mutter als auch Vater sind Kantoren. "Bei uns zu Hause standen überall Instrumente", erzählt Gerhard Noetzel, "wir Kinder konnten uns ausprobieren. Außerdem haben wir schon immer viel gesungen".

Das große Pfarrhaus setzte für das akustische Austoben keinerlei Grenzen, die Nachbarn wohnten weit genug weg. Recht früh wurde der musikalische Spaß handwerklich unterlegt. "Mit fünf, sechs Jahren fragten uns unsere Eltern, ob wir ein Instrument lernen möchten", erinnert sich Gerhard Noetzel. Zunächst begannen alle mit dem Klavier, doch nur Gerhard blieb dabei. Thomas fühlte sich dem Schlagzeug verbunden. Die drei Schwestern spielten Geige, Trompete und ebenfalls Schlagzeug. Nicht alle machten die Passion zum Beruf. Gerhard Noetzel allerdings ließ sich bis zum A-Kantor ausbilden, das ist die höchste Qualifikation seines Fachs. Thomas Noetzel hingegen verdient seine Brötchen als Informatiker, spielt aber auch in einer Band und betreibt ein Tonstudio.

Als Duo "Drugan" spielten die Brüder nicht nur in Wolmirstedt, sondern schon mehrmals im Magdeburger Dom zur "Nacht der Lichter", aber auch in anderen Kirchen Deutschlands. "Im Magdeburger Dom hörten uns über 500 Menschen", schwärmen sie, "viele kamen zu uns und erzählten von ihrem Erstaunen, weil sie die Kombination von Orgel und Schlagzeug so noch nie gehört hatten".

Und sie fragten nach einer CD. Die ist nun endlich da und in der Kirche beim Kantor zu bekommen. "Manche Stücke darauf sind Live-Aufnahmen des Wolmirstedter Konzertes, andere haben wir extra eingespielt", sagt Thomas Noetzel.