Wolmirstedt l „Es ist vollbracht“, strahlte Marlies Cassuhn (parteilos), als sie ihre letzte Unterschrift geleistet hatte. Nun hat sie das Amt der Bürgermeisterin endgültig inne. Sie gelobte, das Grundgesetz und die Verfassung zu wahren und zu verteidigen, Gerechtigkeit gegenüber jedermann zu üben und die Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen. Stadtratsvorsitzender Kurt Prilloff (CDU) und Büroleiterin Christiane Pazdyka legten der Bürgermeisterin die Amtskette um. Es folgten Glückwünsche, Blumen, Applaus, Geschenke und - ja - auch Tränen der Freude.

Mit dieser Zeremonie ist eine Zitterpartie zu Ende gegangen. Eine Klage gegen die Bürgermeisterwahl hätte beinahe die Ernennung für die komplette Amtszeit verhindert. Die Betreuerin der behinderten Frau S. war vor Gericht gezogen, weil Frau S. keinen Wahlschein erhalten hatte. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, die Klage wurde zurückgezogen. Beide Seiten haben sich aufeinander zubewegt. Frau S. hätte im Vorfeld anmerken können, dass sie auf den Wählerlisten fehlte, die Stadt hätte nicht darauf beharren dürfen, dass Menschen, die betreut werden, nicht wählen dürfen. Dem ist nämlich nicht generell so (Volksstimme berichtete). Nun wurde Frau S. versichert, dass sie bei der nächsten Wahl gewiss einen Wahlschein bekommt.

Stadtoberhaupt für alle

Marlies Cassuhn bedankte sich nach ihrer Ernennung zur „Hauptverwaltungsbeamtin“ der Stadt noch einmal bei ihren Wählerinnen und Wählern, versprach, sich genauso für diejenigen einzusetzen, die ihr Kreuz gar nicht oder an anderer Stelle gesetzt haben.

Auch ihr Stellvertreter wurde gewählt, Rathausfinanzer Marko Kohlrausch wird die Amtsgeschäfte führen, sofern Marlies Cassuhn nicht an Bord ist. Auch er bedankte sich für die Ehre, diese Funktion ausführen zu dürfen.