Tierschutz

Corona-Hilfe für das Wolmirstedter Tierheim

Eine Corona-Ruhe hat es im Wolmirstedter Tierheim nicht gegeben. Zurzeit leben dort 20 Katzen und 22 Katzenkinder.

Von Gudrun Billowie 07.07.2021, 09:45 • Aktualisiert: 07.07.2021, 11:03
Dr. Franziska Kersten überzeugt sich bei Tierheimleiter Otfried Müller,  dass Bundesgeld gut angelegt ist.
Dr. Franziska Kersten überzeugt sich bei Tierheimleiter Otfried Müller, dass Bundesgeld gut angelegt ist. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Hunde bellen, Katzenbabys raufen, Männer und Frauen reinigen die Zwinger, stellen Futter bereit, führen Hunde Gassi - eine Corona-Ruhe hat es im Wolmirstedter Tierheim nicht gegeben. „Zurzeit haben wir 20 Katzen und 22 Katzenkinder“, zählt Tierheimleiter Otfried Müller auf. Sie wurden in Gartenanlagen oder vor Wohnhäusern in Kartons gefunden, zum Teil verletzt. Sie alle finden im Tierheim in der Angerstraße ein Zuhause auf Zeit, solange, bis sie in liebevolle Hände vermittelt werden.

Doch wer bezahlt das Futter, die Tierarztkosten, den gesamten Tierheimbetrieb? Darum kümmert sich der gesamte Tierschutzverein um Vorsitzenden Otfried Müller, der gleichzeitig Tierheimleiter ist. Neben Spenden helfen vor allem Aktionen wie Flohmärkte oder Würstchenverkauf beim Tag der offenen Tür. Solchen Gelegenheiten, die Vereinskasse zu füllen, hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weiterhin sind Pensionseinnahmen weggefallen. Tierliebhaber sind nicht verreist und brauchten deshalb das Pensionsangebot des Tierheims nicht zu nutzen. Da kam die Corona-Hilfe des Bundesministeriums gerade recht.

Geld vom Ministerium

Fünf Millionen Euro wurden bereitgestellt, jeder der über 500 gemeinnützigen Tierschutzvereine, der nachweisen kann, dass er wegen Corona mehr ausgeben und/oder weniger einnehmen konnte, kann 7500 Euro Betriebskostenzuschuss erhalten. Der Wolmirstedter Tierschutzverein gehört zu den ersten, denen das Geld überwiesen wurde. Dass es gut angelegt ist, davon überzeugte sich Dr. Franziska Kersten bei einem Vorortbesuch. Sie hat daran mitgewirkt, diese Förderrichtlinie praktikabel, die Bürokratie überschaubar zu gestalten.

Die ehemalige Amtstierärztin ist Referatsleiterin in Bundesumweltministerium in Berlin und leitet in Sachsen-Anhalt den SPD-Fachausschuss Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Umwelt. Sie weiß, dass aus Sachsen-Anhalt etwa 20 Anträge auf diese Einmalzahlung gestellt wurden, neben dem Wolmirstedter Tierschutzverein wurden auch die Tierheime in Burg und Satuelle bedacht.

Wolmirstedts Tierheimleiter Otfried Müller hat jedoch schon eine weitere Baustelle im Tierheim ausgemacht. Das Dach des Katzenhauses muss komplett erneuert werden, erste Spenden von Wolmirstedter Unternehmen sind bereits eingegangen.

Das Dach war vor vielen Jahren im Zuge einer MDR-Aktion neu gedeckt worden, leider war vergessen worden, eine Lüftung vorzuhalten. Nun sind die Balken faul und schimmelig, müssen komplett ausgetauscht werden. Dafür werden die Tierschützer weitere Geldquellen suchen. Die Katzen indes rollen sich träge in ihren Kuschelhäuschen ein.