Wolmirstedt l Die Stimmung in den Wolmirstedter Gaststätten lässt sich mit einem Wort beschreiben: Gedrückt. „Wir fahren fast auf Null“, sagt Marcel Herrmann, Inhaber der Raststätte B189. Solche Leere sind er und sein Team nicht gewöhnt, das Restaurant wird stets gut besucht und für Familienfeiern genutzt. Doch solch große Zusammenkünfte wurden von den Familien wegen Corona selbst schon abgesagt, der Restaurantbetrieb war von allein zurückgegangen, längst bevor der Betrieb verboten wurde. Die Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt. Wie lange lässt sich eine Schließung überstehen? Marcel Herrmann klingt betrübt: „Das weiß ich nicht.“

Hotelbetten nur von Geschäftsreisenden belegt

Im Glindenberger Hof bleibt die Küche ebenfalls weitestgehend kalt. Nur die Geschäftsreisenden werden noch beköstigt. „Wir haben noch Hotelgäste“, sagt Inka Krebs. Wer dienstlich übernachten muss, darf beherbergt werden. Allerdings stellt die Hotelchefin Bedingungen. „Wir messen bei jedem Gast Fieber.“ Dafür hat sie sich ein Stirnthermometer angeschafft. Wer fieberfrei ist, darf hinein, muss sich jedoch zunächst die Hände mit Desinfektionsmittel einsprühen lassen, erst dann ist der Zutritt in den Glindenberger Hof erlaubt. „Wir wollen uns auch selber schützen.“

Zwar bietet das Restaurant einen Lieferservice an, der wurde bisher aber vor allem für große Feiern genutzt. Kleinabnehmer können sich jetzt auch melden, aber bisher galt das im Glindenberger Hof nicht als Kerngeschäft.

Das Restaurant hat schon das Hochwasser 2013 überstanden, damals war Glindenberg evakuiert und abgesperrt, kaum jemand kam hinein. Diese Krisensituation hat das Team um Inka Krebs trotzdem anders erlebt als jetzt: „Damals war ein Ende absehbar.“

Wann die Corona-Gefahr gebannt ist, kann derzeit niemand sagen. Vorsichtsmaßnahmen sind auch in Auerbachs Mühle selbstverständlich. Dort gibt es noch dienstreisende Hotelgäste. „Sie können sich zum Frühstück einzeln setzen“, sagt Mühlenwirtin Ursula Pankonien. Der Tisch werden weiterhin gedeckt, auch am Abend werde noch gekocht. Mit einer offenen Küche haben manche Übernachtungsgäste nicht gerechnet. „Ein Gast hatte zu Hause vorgekocht und gefragt, ob er seine Töpfe in den Kühlschrank stellen kann“, schmunzelt die Mühlenwirtin. Natürlich wurde die heimische Verpflegung aufgewärmt.

Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt

Trotzdem: Auch Mitarbeiter von Auerbachs Mühle wurden in Kurzarbeit geschickt. Einen Lieferservice wollen sie nicht anbieten, sondern denen überlassen, die schon länger außer Haus liefern. So wie Schulzes Shop.

„Unsere Karte und das Tagesgericht sind über Facebook zu finden“, heißt es von Guido Schulze. Das könne telefonisch oder vor Ort bestellt werden. Die Ausgabe des Essens erfolgt über eine Klappe, sodass der Abstand zwischen den Personen gewahrt bleibt. Ansonsten ist der Imbiss zu, der Kiosk aber weiterhin geöffnet.

Noch keine Plattform für gegenseitige Hilfe

Manche Bürger möchten kein fertiges Essen, sondern hoffen, dass Lebensmittel nach Hause geliefert werden. Im E-Center im Lindenpark wurde schon mehrfach danach gefragt. „Das können wir nicht leisten“, sagt Center-Mitarbeiter Steven Engler, „aber vielleicht gibt es ja Initiativen, Menschen, die für andere einkaufen möchten.“

Bisher ist jedoch nicht bekannt, dass jemand eine Plattform bietet, auf der sich Menschen, die sich über Hilfe freuen und Menschen, die helfen möchten, zusammenfinden können.

Sollte es so eine Initiative geben, erzählen Sie unter redaktion.wolmirstedt@volksstimme.de davon, dann können auch andere profitieren.