Museum

Dauerleihgaben aus dem Technikmuseum Magdeburg sind in Rogätz eingetroffen

Fünf kleine Modelle stehen seit Mittwoch in einem Ausstellungsraum im Klutturm von Rogätz. Der Heimat- und Kulturfreunde e. V. hat die Miniaturflöße als Dauerleihgabe vom Technikmuseum in Magdeburg überlassen bekommen

Von Hendrik Reppin
Die Vereinsmitglieder Fred Häusler, Wilfried Körtge und Joachim Glaser haben die Floß-Modelle im zukünftigen Ausstellungsraum im Klutturm platziert.
Die Vereinsmitglieder Fred Häusler, Wilfried Körtge und Joachim Glaser haben die Floß-Modelle im zukünftigen Ausstellungsraum im Klutturm platziert. Foto: Hendrik Reppin

Rogätz - „Die kleinen Modelle werden das Herzstück der neuen Ausstellung“, erklärte die Vereinsvorsitzende Margitta Häusler kurz nach Eintreffen der Museumsstücke. In den nächsten Tagen und Wochen würden die Vereinsmitglieder in einem Raum des Klutturms eine neue Dauerausstellung über die Flößerei in Rogätz vorbereiten. Bei der Forschung in der Geschichte des Ortes hätten die Heimat- und Kulturfreunde schon vor längerer Zeit herausgefunden, dass der Transportverkehr mit Flößen auf der Elbe für Rogätz eine besonders große Bedeutung hatte.

Rogätz war einst Holzhandelsplatz

Wie die Mitglieder bei ihrer Heimatforschung herausfanden, habe das Befahren der Elbe mit Flößen ihre Blütezeit im 18. Jahrhundert gehabt. Die Nachfrage nach Holz sei zu dieser Zeit enorm groß gewesen. Auf Flößen seien Baumstämme flussabwärts bis nach Rogätz gebracht worden. Das Holz sei damals aus Sachsen, manchmal sogar aus Böhmen gekommen. Laut einer Chronik soll das Hochwinden der Holzstämme aus der Elbe in den Sommermonaten bis in den Herbst hinein angedauert haben. „In unmittelbarer Nähe zur Elbe gab es in Rogätz eine sogenannte Schneidmühle“, erklärte Margitta Häusler. Hier sei das Holz gleich zu Brettern verarbeitet worden. Und auch Rogätz konnte Holz gut gebrauchen. Um 1800 soll es noch einen großen Wald zwischen Rogätz und Loitsche gegeben haben. Im Ort seien aus den Brettern Holzkisten gebaut worden. Die seien von den Obstbauern dringend gebraucht worden. Und davon habe es in Rogätz eine Menge gegeben. „Noch bis zur Wende ist man im April und Mai durch ein Blütenmeer gefahren, wenn man mit der Zug durch Rogätz unterwegs war“, erinnert sich Margitta Häusler.

Noch viel mehr Geschichten rund um die Flößerei in Rogätz werden die Besucher der neuen Ausstellung erfahren. Die werde bis spätestens zum geplanten Sommerfest am 7. August in Rogätz eröffnet sein. Darüber hatte sich der Vereinsvorstand auf seinem erstmaligen Treffen dieses Jahres vor wenigen Tagen geeinigt. „Nachdem Lockerungen in Kraft getreten waren, konnten wir uns zusammensetzen und über die zukünftigen Schritte beraten“, so die Vereinschefin.

Verein unterstützt Rogätzer Sommerfest

Wichtig sei, dass das von der Gemeinde geplante Sommerfest von den Mitgliedern des Heimat- und Kulturfreunde e. V. unterstützt werde. „Als Verein werden wir auf dem Platz vor unserem Vereinshaus die Bühne aufbauen und damit eine von mehreren Stationen des Sommerfestes in Rogätz sein“, erklärte Margitta Häusler. Neben Kaffee, Kuchen und Gegrilltem werde hier Live-Musik geboten.

Traditionell werde zur Feier am 7. August auch der Klutturm geöffnet haben. Dann könnten die Gäste des Rogätzer Sommerfestes auch die kleinen Floße in der Ausstellung in Augenschein nehmen.