Groß Ammensleben l Seit 2014 findet in der Ukraine ein Dezentralisierungsprozess statt. Bisher waren die Dörfer abhängig von einer Zentralmacht in Kiew. Schritt für Schritt sind sie nun auf dem Weg in die Selbstverwaltung. Um sich ein Bild davon zu machen, wie in Deutschland der Zusammenschluss mehrerer Dörfer in Einheitsgemeinden funktioniert, ist eine von mehreren Delegationen aus der Ukraine in dieser Woche zu Gast in Sachsen-Anhalt.

Auf ihrer Tour machte die 16-köpfige Gruppe, begleitet von Dolmetschern, am Mittwoch auch Halt in Groß Ammensleben. Aus Magdeburg reisten die Besucher mit dem Zug an – und das aus einem bestimmten Grund. „Es geht darum, verkehrstechnische Aspekte zu studieren“, erklärte Martin Schäfer im Volksstimme-Gespräch. Er ist Projektmanager für das Thema Verkehr bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) und begleitete die Delegation. In der Ukraine gebe es kein solches organisiertes Verkehrssystem wie in Deutschland. Die Verkehrsunternehmen seien in privater Hand, und die Qualität der Fahrzeuge sowie der Verkehrsanbindungen sei nicht vergleichbar, erläuterte Martin Schäfer. So fahre längst nicht durch jedes Dorf überhaupt ein Bus. „Es gibt nicht dieses Prinzip der Daseinsvorsorge“, sagte der Projektmanager.

Präsentation über Niedere Börde

Empfangen wurde die ukrainische Delegation von Bürgermeister Stefan Müller direkt am Bahnhof. Von dort aus ging es zu Fuß zur Domäne, wo Verwaltungsmitarbeiter Jan Bartelmann den Besuchern in einer kleinen Präsentation Zahlen und Fakten über die Niedere Börde darlegte – unter anderem zur Flächenverteilung, zur Einwohnerstruktur sowie zur Pendlerbewegung und zu den Verkehrsanbindungen. Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, Fragen zu stellen, bevor die Reise mit dem Bus fortgesetzt wurde.

Im Juli sowie im August werden in der Niederen Börde zwei weitere Delegationen aus der Ukraine erwartet.