Barleben l Seit gut 20 Jahren zieren bunte Holzfiguren den Vorgarten der Familie Severidt im Barleber Breiteweg. Während der Weihnachtszeit bildet das Ensemble aus farbenfroh angemalten Skulpturen auf einem Podest vor dem Stubenfenster einen wahren Hingucker. Und wer mit seinem Auto vor der Bahnschranke im Stau steht, wendet seit jeher seinen Blick automatisch zur Hausnummer 30. Dort stehen sie, die Bergmänner, ausstaffiert mit Paradekappe, Knieschutz und Arschleder. Aber auch Gestalten aus der Magdeburger Stadtgeschichte sind zu entdecken wie beispielsweise die berühmte Jungfrau oder ein Ratsherr.

In der Vorwendezeit zierten die Figuren die Pyramide auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sie wurden seinerzeit per Handarbeit in einer Dekorationsabteilung gefertigt. Wolfgang Severidt, damals in leitender Stellung bei der Stadtbeleuchtung, hatte sie Anfang der 1990er Jahre vor dem Schicksal der Müllhalde bewahrt.

Seither zieren sie in der Adventszeit das Haus der Severidts. Doch erst während der Abend- und Nachtstunden kommen sie so richtig zur Geltung, wird das Ensemble doch mit Glühbirnen beleuchtet. „Ganz Barleben freut sich jedes Jahr und die Kinder sind glücklich, wenn sie unsere Figuren entdecken. Wir werden oft darauf angesprochen“, erzählt Schwiegertochter Katja Severidt.

Hoffnung auf Einsicht

Doch die Stimmung bei der Familie ist seit einigen Tagen getrübt. Denn seit dem vergangenen Dienstag fehlt eine der Holzfiguren. „Begonnen hat alles bereits am dritten Advent“, beginnt Katja Serveridt zu erzählen. In den Morgenstunden sei ihr Ehemann von krakeelenden Jugendlichen geweckt worden. „Er hat sich angezogen um nachzuschauen, was da los ist.“ Während eines Blickes durch das Fenster habe er den Verlust einer der Bergmannsfiguren festgestellt. Sogleich habe er sich auf das Fahrrad geschwungen und eine Gruppe Jugendlicher auf der Straße in Richtung Wolmirstedt gestellt. „Er hat die Vier angesprochen. Tatsächlich wurde die gestohlene Figur aus einem Rucksack geholt und zurückgegeben“, berichtet Katja Severidt weiter.

In der vergangenen Woche habe es wiederholt einen Übergriff auf die Gruppe der Holzfiguren gegeben. „Es wurde dieselbe Skulptur gestohlen“, erzählt die Besitzerin.

Eigentlich sind die Standbilder fest mit dem Podest verschraubt. So mussten die Diebe sogar Gewalt anwenden, um die Figur zu lösen. Dabei sind einzelne Holzbretter des Podestes sogar beschädigt worden. „Wir nehmen an, dass es die selben Jugendlichen waren, die schon Wochen zuvor einen der Holzbergmänner stehlen wollten. Das ist aber reine Spekulation“, sagt Katja Severidt. „Solch ein Bergmann ist ein Symbol der Weihnachtszeit. Es ist schon eine Schande, dass diese Figur nun fehlt.“

Eine Anzeige bei der Polizei hate ihre Familie indes noch nicht gestellt. „Darauf würden wir aber verzichten, wenn die Figur wieder zurück an ihren alten Platz kommt“, sagt die Barleberin und setzt nun ihre ganze Hoffnung auf das Einsehen der Langfinger.