Barleben l Zwei kleine Klicks für Julian Neubauer, aber ein großer Sprung für die 400 Schüler der kommunalen Bildungseinrichtungen in Barleben. Mit seinem Kollegen Carsten Edelberger und dem externen IT-Beauftragten für die Schulen der Gemeinde, Frank Goldmann, hat der Netzwerk-experte des Schönebecker Unternehmens SBSK am Freitagvormittag zwei Glasfaserkabel an die vorhandene Systemtechnik des Gebäudes in der Feldstraße 20 angeschlossen. Dabei ist eines der Kabel für die Gemeinschaftsschule vorbehalten, das andere für die Grundschule.

Doch ganz so einfach, wie es zunächst scheint, ist es dann doch nicht mit der Nutzung des ultraschnellen Internets. Denn freigeschaltet werden die beiden Anschlüsse erst in den kommenden Tagen. „Heute geht es darum, software-seitig die bereits vorhandene Technik mit der neuen Technik abzustimmen“, erklärt Carsten Edelberger. Und Frank Goldmann ergänzt: „In den kommenden Tagen werden zudem entsprechende Sicherungssysteme installiert, die die Schulnetze oder einzelne Computer vor unerwünschten Netzwerkzugriffen schützen.“ Bis Weihnachten, so die Hoffnung der Fachleute, sollen alle Arbeiten beendet und der Zugriff auf das ultraschnelle Internet gewährleistet sein.

Weiter Weg

Bis hierher war es ein weiter Weg. Unter dem Motto „Glasfaser für Schulen“ hatte die Barleber Verwaltung vor gut einem Jahr die entsprechende Mitteilung vom Land erhalten, die Schulen an das Breitbandnetz anzuschließen. So fördert Sachsen-Anhalt beispielsweise den Leitungsbau, den Internetzugang und für drei Jahre die monatlichen Betriebskosten. Zum Jahreswechsel hatte die Barleber Verwaltung die Zuarbeit an die entsprechenden Stellen im Lande geleistet.

Dann mussten die Glasfaserleitungen verlegt werden. Diese beginnen am Netzwerkverteiler in der Verlagsstraße im „Technologiepark Ostfalen“ im Süden Barlebens. „Jede Schule hat ihr eigenes Kabel“, erklärt Frank Goldmann. Ein Gigabit pro Sekunde im Download und 500 Megabit je Sekunde im Upload können damit künftig verarbeitet werden.

Im Landesvergleich vorne

„Wenn alles fertig ist, ist Barleben mit 100 Prozent der Schulerschließung mit Breitband ganz weit vorn im Landesvergleich. Ich glaube, das ist einmalig und damit ein Leuchtturmprojekt“, sagt Netzwerkspezialist Carsten Edelberger und hebt hervor, dass das Vorhaben vom Finanzministerium vorangetrieben werde. „Und das hat nichts mit Corona zu tun. Die Schulerschließungen mit Breitband sind schon vorher angeschoben worden.“

Insgesamt 895 Schulen zwischen Arendsee und Zeitz sollen bis spätestens nächstes Jahr per Glasfaserleitungen mit dem Internet verbunden sein. So sieht es das Landesprogramm vor. Das gesamte Projekt „Schulen ans Netz“ wird innerhalb der Arbeiten für ein neues Landesnetz realisiert. Ein entsprechender Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Systems International war laut dem zuständigen Ministerium erweitert worden. Aus den ursprünglichen Kosten allein für die Errichtung des neuen Landesdatennetzes in Höhe von 172,5 Millionen Euro sind nunmehr 210 Millionen Euro geworden.