Glindenberg l Am Glindenberger Tunnel werden unter dem Mittellandkanal keine Bauarbeiter zu sehen sein. Die Bauverantwortlichen müssen neu denken. Während der Sanierung der Tunnelwände sind Probleme aufgetreten, die im Vorfeld nicht zu erahnen waren. Nun müssen die Planer Lösungen finden, eventuell weitere Technik und anderes Material bestellen.

Eigentlich sollten „nur“ Schadstellen im Beton ausgebessert und Risse verpresst werden. Doch während der Arbeiten entdeckten die Baufachleute, dass offenbar in den sechziger oder siebziger Jahren Anbauten vorgenommen worden, die weder mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt, noch nachhaltig dokumentiert wurden. Nun ist erst mal Bauforschungsarbeit erforderlich. Um welche Anbauten es sich dabei genau handelt, war zunächst nicht zu erfahren. Nur so viel: Sobald die Probleme beseitigt sind, wird der geplante Bau fortgesetzt. Trotz dieser Unterbrechung liegen die Bauarbeiten im Zeitplan, versichert der Bauleiter beim Vorort-Termin. Am 18. Oktober soll - wie geplant - alles fertig sein.

Fußgänger und Radler kommen durch

Bis dahin bleibt die Durchfahrt allerdings weiter für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt. Einzig Fußgänger und Radfahrer können den Tunnel passieren. Das hat einige Bürger trotzdem nicht davon abgehalten, die Absperrungen beiseite zu schieben und durch die Unterführung zu fahren. Die Bauverantwortlichen haben dafür kein Verständnis. Sie möchten nicht erleben, dass jemand im Baustellenbereich verletzt wird. Wer von der Polizei beim Durchfahren erwischt wird, muss mit einer Strafe rechnen.

Die Verantwortung für diese Kanalunterführung liegt beim Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Die Mitarbeiter wissen, dass vielen Bürgern die Durchfahrt fehlt. Manche Bürger müssen einen 15 Kilometer längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen. Deshalb wurden die Arbeiten, die eigentlich vier Monate andauern sollten, auf drei Monate beschränkt. Nach jetzigem Stand ist die Straße ab dem 19. Oktober wieder frei.