Barleben und Ortsteil Ebendorf lassen ihr Heimatfest ausfallen

Eine Entscheidung, die von allen Fraktionen mitgetragen wird

Von Karl-Heinz Klappoth

Die Bürger der Einheitsgemeinde fühlen mit den Opfern des Flutkatastrophe. Deshalb verzichten die Ortsteile Barleben und Ebendorf auf ihr Heimatfest und wollen das Geld lieber den Betroffenen des Hochwassers zukommen lassen.

Barleben l Der Anstoß kam letztlich von Horst Blume, Ortsbürgermeister von Barleben (Bürgerbündnis): "Wir können nicht feiern, wenn nur drei Kilometer von der Festwiese entfernt das Chaos und tiefe Betroffenheit herrscht, weil Menschen in wenigen Stunden durch das Hochwasser ihr Hab und Gut verloren haben. Wir im Ortschaftsrat sind uns daher sicher, dass das geplante Geld bei den Betroffenen viel besser aufhoben ist."

Das heißt, dass für den 5. und 6. Juli geplante Heimatfest in Barleben wird ersatzlos gestrichen. "Die Entscheidung wurde einstimmig fraktionsübergreifend getroffen", betont Horst Blume, wobei ein Lächeln sein Gesicht überzieht: "Ich wusste, wir stehen zusammen, wenn es darauf ankommt."

Rund 15000 Euro standen für das Fest bereit. Nun weiß aber der Ortsbürgermeister, dass nicht die volle Summe auf das Spendenkonto fließen kann. "Im Vorfeld hatten wir bereits mit zahlreichen Künstlern die Verträge geschlossen, die müssen nun wieder storniert werden." Horst Blume aber gibt sich sehr zuversichtlich, dass sich die Künstler solidarisch zeigen. Dabei baut er fest auf Wolfgang Buschner, der die organisatorischen Fäden in der Hand hielt und die Verträge aushandelte.

Der rührige Ortsbürgermeister aber will die Barleber trotz der Flut nicht ganz leer ausgehen lassen und hat dafür einen guten Grund: "Von vielen Helfern, aber vor allem von den Bundeswehr-Soldaten, die gegenwärtig in der Mttellandhalle untergebracht sind, hab ich viel Lob -sprich uneigennützige Hilfe - über unsere Bürger in den vergangenen Tagen erfahren. Das heißt, wenn im Winter mit Sicherheit die ersten Wunden der Flutkatastrophe geheilt sind, wird es in Barleben erstmals in der jüngeren Geschichte wieder ein Weihnachtsmarkt geben, der über zwei Tage geht. Gut vorstellen kann sich schon heute der Ortsbürgermeister, dass ein Altertumsmarkt sicherlich die Zustimmung der jungen und alten Barleber finden wird.

Was aber die Spende betrifft, da haben Horst Blume, Hans-Jürgen Knust (FDP), Wolfgang Rost (CDU), Edgar Appenrodt (Freie Wähler) Ulrich Dürrmann (Bürgerbündnis) und Reinhard Lüder (SPD) ganz konkrete Vorstellungen: "Gern würden wir sehen, wer das Geld bekommt und wie den Betroffenen geholfen wird."

Nicht nur Barleben hat sich für die Hilfe der Opfer des Hochwasserkatastrophe entschieden. Auch Ebendorf lässt das Heimatfest am 29. Juni ausfallen, spendet lieber die geplanten Gelder. Wie Michael Madjera (CDU), stellvertretender Ortsbürgermeister, ausdrücklich betonte, fühlten sich Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU) und die Räte gut bei dieser Entscheidung, "weil es genau die richtige ist".