Groß Ammensleben l Ist die Not groß, sollen die ersten Rettungskräfte in der Regel innerhalb von zwölf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintreffen. Um dazu beizutragen, diese sogenannte Hilfsfrist einzuhalten, ist in Groß Ammensleben eine neue Rettungswache eröffnet worden. Betreiber ist der Landkreis Börde.

Wie Frank Schulze, Sachgebietsleiter Rettungsdienst, bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstag erklärte, hatte ein 2018 extern in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass in Groß Ammensleben Bedarf für einen zusätzlichen Rettungsmittelstandort besteht. Unter Berücksichtigung des Risikos und der Frequenz der Einsätze in dem Gebiet habe der Gutachter empfohlen, die Rettungswache vorerst für täglich zwölf Stunden zu besetzen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Eigenbetrieb Wohnungs- und Gebäudeverwaltung der Niederen Börde sei die Maßnahme dann entsprechend umgesetzt worden.

Von 7 bis 19 Uhr besetzt

Ein Notfallsanitäter oder Rettungsassistent und mindestens ein Rettungssanitäter sind seit dem 1. Juli montags bis freitags jeweils von 7 bis 19 Uhr und an Wochenend- sowie Feiertagen jeweils von 8 bis 20 Uhr vor Ort. Die Helfer halten sich während dieser Zeit in einer vom Landkreis angemieteten Wohnung in unmittelbarer Nähe zum Rettungswagen bereit. Dieser wiederum steht in einer Garage, die der Eigenbetrieb Wohnungs- und Gebäudeverwaltung dafür hat bauen lassen. Wie Betriebsleiterin Gerlinde Kraus beim Vor-Ort-Termin erklärte, belief sich die Investitionssumme aus Eigenmitteln auf rund 70.000 Euro. Zudem sei die Wohnung komplett saniert worden. Mieter ist der Landkreis, der wiederum erhält Geld von der Krankenkasse. Außerhalb der angegebenen Zeiten wird der Versorgungsbereich Groß Ammensleben von den Rettungswachen in Hermsdorf, Wolmirstedt und Haldensleben mit versorgt.

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Auch Landrat Martin Stichnoth, Gemeindechef Stefan Müller, Jens Sips als Leiter der Rettungswache Haldensleben sowie Mitarbeiter der Verwaltung und Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer machten sich am Donnerstag ein Bild von der neuen Wache. Notfallsanitäter Andy Cornelsen und Rettungsassistent Mathias Rollow zeigten den Gästen ihren Arbeitsplatz. Insgesamt besetzen 33 beim Kreis beschäftigte Rettungskräfte im Rotationsprinzip die Wache in Groß Ammensleben.

Daneben sind im Notfall auch Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Malteser Hilfsdienstes sowie des Krankentransport- und Rettungsdienstes Ackermann im Einsatz. Die Betreuung der Rettungswache in Groß Ammensleben übernimmt der Landkreis selbst.