Wolmirstedt l Michael Canty, Geschäftsstellenleiter des Basketball-Leistungszentrums, stellt klar: „Wir wollen mit der Stadt arbeiten.“ Das Zentrum hat gerade seine Geschäftsstelle in der Fußgängerzone eröffnet, der sichtbare Standort in Wolmirstedts Innenstadt wurde bewusst gewählt. „Wir möchten mit unserem Sport in der Stadt präsent sein.“ Bestenfalls soll die ganze Stadt hinter den Basketballern stehen.

Warum der Basketballsport und Wolmirstedt näher zusammenrücken sollen, haben Michael Canty und Dirk Uhlemann, Geschäftsführer der Hauptsponsorenfirma, im Kultur- und Sozialausschuss näher erklärt.

52 Firmen als Sponsoren

„Wir wollen den basketballbegeisterten Kindern und Jugendlichen eine Perspektive in der Region bieten“, sagt Michael Canty und denkt dabei weit über den Sport hinaus. „Der Verein wird von 52 Unternehmen gesponsert, damit bieten wir ein Netzwerk aus Sportlern und Unternehmern.“ Innerhalb dieses Netzwerks können Kinder und Jugendliche verschiedene Berufe kennenlernen, in Betriebe hineinschnuppern und die Betriebe können in Zeiten des Fachkräftemangels den Nachwuchs für die eigene Branche erwärmen. „Dieses Angebot gilt übrigens nicht nur für unsere Vereinsmitglieder, sondern auch für deren Bekannte und Freunde“, betont Michael Canty.

Mit dieser Netzwerk-Idee liefen Michael Canty und Dirk Uhlemann im Kultur- und Sozialausschuss offene Türen ein. SPD-Stadtrat Heinz Maspfuhl wusste sofort, wie sich der Verein in der Stadt jenseits der Sporthalle präsentieren kann. Er warb dafür, sich in den Festumzug anlässlich der 1010-Jahrfeier Wolmirstedts einzureihen. Der Umzug soll im Rahmen des Stadtfestes am Sonntag, 16. Juni, um 10.30 Uhr vom Rathaus in Richtung Freilichtbühne starten.

SPD-Stadträtin Waltraud Wolff regte an, der Verein möge sich auch dem Sport mit behinderten Menschen öffnen. „Vielleicht können die SBB-Baskets ja perspektivisch mit einem Team bei den Special Olympics antreten.“ Das ist eine Sportbewegung für Menschen mit Behinderung, die diesjährigen Special Olympics wurden am Donnerstag, 14. März, in Abu Dhabi eröffnet.

Ausschuss zeigt sich interessiert

Diese Idee wiederum traf bei Michael Canty auf offene Ohren. „Inklusion gehört zu unseren Zielen“, bestätigte der 30-Jährige, „es gibt einen Ball und es gibt ein Team. Jeder kann mitmachen.“

Die 1. Herrenmannschaft der SBB-Baskets spielt in der 1. Regionalliga, einer Profi-Liga, die Spieler werden bezahlt. Zu ihren Aufgaben gehört es, Spiele zu gewinnen, aber sie widmen sich auch der Nachwuchsförderung. Die Spieler betreuen neun Arbeitsgemeinschaften im Gymnasium, der Gutenberg-, Diesterweg- und der Zielitzer Grundschule. Dort lernen die Kinder Basketball spielen, aber auch Englisch, weil das die Spielsprache ist.

Arbeitsgemeinschaften an Schulen

Diese Schularbeitsgemeinschaften gab es schon vor einigen Jahren, dann folgte eine lange Pause, weil es keine Trainer mehr gab, die tagsüber in den Schulen Kindern das Basketballspiel ermöglichen konnten. Das Konzept hatte sich allerdings schon damals bewährt, weil auf diese Weise Kinder für den Vereinssport begeistert wurden, der Nachwuchs gesichert war. „Es ist gut, dass die Schularbeitsgemeinschaften wieder aufleben“, freut sich Karsten Stier.

Der ehrenamtliche Vereinsvorsitzende der Baskets kümmert sich um alles, was jenseits des Profibasketballs passiert und ihn plagen Sorgen. Er ist mit seinem Team gerade dabei, das alljährliche News-Release-Basketballcamp zu organisieren.

Jährliches Baskettballcamp

Bereits zum 24. Mal wird ein amerikanisches Basketballteam anreisen und Kindern und Jugendlichen eine Woche lang den Sport nahebringen. In den vergangenen Jahren kamen dafür jedesmal um die 100 Mädchen und Jungen nach Wolmirstedt. Bisher stand dafür das Gymnasium zur Verfügung, die Halle für den Sport, die Klassenräume für die Übernachtung und die Küche für die üppige Verpflegung.

In diesem Sommer wird das landkreiseigene Gymnasium jedoch auf Vordermann gebracht und das Camp braucht einen anderen Ort. Karsten Stier hat sich an die Stadt gewandt und die Zusage bekommen, dass die Sporthalle der Gutenberg-Schule genutzt werden kann. Ob auch die Klassenräume und die Küche zur Verfügung stehen, ist bisher noch nicht entschieden. Das Schulhaus gehört der Stadt und Karsten Stier hofft, dass er bald eine Antwort bekommt.

Der Basketballverein besteht aus gut 130 Mitgliedern, bis auf die Profimannschaft spielen alle anderen in klassischen Breitensport-Mannschaften, Kinder und Jugendliche aller Altersklassen sind vertreten und wie es sich für einen echten Basketballverein gehört, gibt es auch eine Cheerleader-Gruppe. Wer mitmachen möchte, kann sich in der Geschäftsstelle in der Wolmirstedter Fußgängerzone melden.