Wolmirstedt l Bravo-Rufe hallten aus dem Publikum durch die Katharinenkirche. Zuschauer-Temperament ging gerne mal durch und auf der Bühne wechselten die Kulturen im Minutentakt. Russische Lieder, indische Tänze, vietnamesische Tänze, ein iranisches Liebeslied, Lieder der Zielitzer Bergleute und Volkslieder des gemischten Chores aus Wolmirstedt boten Abwechslung pur. Gastgeber war der Wolmirstedter Katharina-Verein, in dem Spätaussiedler organisiert sind, also Menschen, die aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hierher gezogen sind, weil sie deutsche Wurzeln haben.

Spätaussiedler als Organisatoren

Vorsitzender ist Sergey Kozlov, und er und seine Mitstreiter haben sich in der Region umgeschaut, viele andere Kulturvereine gefunden und eingeladen, das Wolmirstedter Festival mitzugestalten.

Das Programm dauerte weit über zwei Stunden, zwischendurch gab es eine Kaffeepause, die multikulturellen Festivals brauchen ihre Zeit und das ist gewollt, der Vielfalt geschuldet. „Wir können mit vielen Menschen viel mehr gestalten als alleine“, ist die Philosophie von Sergey Kozlov und seinen Mitstreitern, „wir haben es schon so oft erlebt, dass Kultur Menschen verbindet.“ Dem pflichtete die neugewählte Bürgermeisterin Marlies Cassuhn unumwunden bei, als sie das Festival eröffnete.

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Mehr als zweistündiges Programm

Der Katharina-Verein hat dieses Festival zum dritten Mal ausgerichtet. „Kultur verbindet nicht nur“, sagt Sergey Kozlov, „vermutlich zeigt Kultur auch die schönste Seite eines Landes.“

Ganz zauberhaft präsentierten sich die Mädchen einer vietnamesischen Tanzgruppe, die in Magdeburg trainiert. Zu den Klängen magisch-asiatischer Musik formierten sich die Mädchen anmutig zu Blüten oder Wellen. Die Kindergruppe des Magdeburger Harmonia-Vereins sang russisch über Zwillinge und die Kamillenwiese einer Kindheit. Dieser Verein hat sich der Integration und Völkerverständigung verschrieben.

Iranisches Liebeslied vorgetragen

Rege Kontakte pflegt der Katharina-Verein auch mit dem Stendaler Migrantenverein, der zwei junge Künstler auf die Wolmirstedter Kirchenbühne sandte. Sunita Shah zeigte einen indischen Tanz, Ali Rezaiemunier sang ein iranisches Liebeslied.

Der Gemischte Chor aus Wolmirstedt und der Bergmannschor aus Zielitz schlossen den Reigen mit Bergmannsliedern und Volksliedern. In der Kreismusikschule werden Grenzen ohnehin überwunden, dort werden Komponisten aus aller Welt interpretiert. Klarinettenlehrer Uwe Blamberg war mit drei seiner Klarinettenschüler gekommen. Dmitry Korolishin, Josefine Dennhardt und Maria Labeit, aber auch Michael Gedtke am Klavier brachten Schwungvolles zu Gehör.

Am Ende des Konzertes gab es viele glückliche Gesichter. Sergy Kozlov schaut sich strahlend um. „Kultur macht freundlich.“ Im nächsten Jahr soll es wieder ein multikulturelles Festival geben.