Wolmirstedt l Montag früh, der erste Unterricht war gelaufen, die Schülerinnen und Schüler der Leibniz-Schule erlebten die erste große Pause des Tages. Das Klingelzeichen läutete das Ende ein, die Mädchen und Jungen wollten ins Schulhaus zurückkehren, da bemerkte eine Lehrerin gegen 9.10 Uhr Feuer in der Mädchentoilette in der zweiten Etage. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die Schülerinnen und Schüler in die Turnhalle geschickt, das gesamte Schulhaus evakuiert. Wieder war ein Papierhandtuchspender in Brand gesetzt worden. Die Feuerwehr war umgehend vor Ort.

„Es gab eine starke Rauchentwicklung“ berichtet Einsatzleiter Marko Reinhardt, „viel schwarzen Qualm und Ruß.“ Qualm und Ruß stammte von den brennenden Plastikteilen des Handtuchspenders. Beißender Geruch breitete sich aus. Ohne Atemschutzmaske näherte sich niemand dem Brandort.

Feuerwehr lüftet die Schule

Der Handtuchspender selbst war schnell abgelöscht, es wurde relativ wenig Wasser benötigt, doch der Geruch hielt sich hartnäckig. „Aufgrund der geschlossenen Brandschutztüren blieb der Rauch jedoch im Wesentlichen im betroffenen Flur“, weiß der Einsatzleiter. Die Feuerwehr lüftete jedoch auch die anderen Gebäudeteile.

Die Mädchen und Jungen verharrten indes in der Turnhalle, wurden dort von der Polizei befragt, schließlich nach Hause geschickt. Wer noch nicht nach Hause gehen konnte, wurde im Speiseraum weiter betreut. 
Die Kriminaltechniker untersuchten den Brandort. „Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Brand absichtlich herbeigeführt“, sagt Polizeisprecher Matthias Lütkemüller. Der Schaden wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt.

Schon der zweite Brand

Es war nicht das erste Mal, dass in einer Toilette der Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ ein Papierhandtuchspender angezündet wurde. Bereits im Februar 2019 brannte es in der Schule. Im Erdgeschoss war ein ebensolcher Brand gestiftet worden. Die Toilette ist noch immer nicht wieder benutzbar. Damals war der mutmaßliche Täter  noch am selben Tag mit Hilfe eines Suchhunds überführt und in Gewahrsam genommen worden. Auf Weisung der Staatsanwaltschaft wurde er jedoch am nächsten Tag wieder freigelassen.

Ob das derselbe Täter war, der zuvor elf Mal in der Rathaustoilette ein Feuer gelegt hatte, wollte die Polizei seinerzeit weder bestätigen noch dementieren. Die Identität des „Feuerteufels“ von Montag, ist derzeit nicht bekannt, die Ermittlungen laufen.

Bei beiden Bränden in der Schule kamen offenbar keine Personen zu schaden. Dennoch: So ein Feuer ist eine extrem gefährliche Angelegenheit. Wie kann sich eine Schule davor schützen? „Eigentlich wollen wir eine offene Schule sein“, sagt Schulleiter Ingolf Berg. Inzwischen sieht er es allerdings als sinnvoll an, die Tür zu sichern, beispielsweise durch einen Summer. Dafür muss allerdings der Landkreis als Schultäger grünes Licht geben. Und Geld.