Wolmirstedt l Die Stadt Wolmirstedt hat einen ausgeglichenen Haushalt. An der einen oder anderen Stelle könnte sich im Lauf des Jahres jedoch noch etwas ändern. „Es heißt ja nicht umsonst Haushaltsplan, ein bisschen Bewegung ist da immer drin“, erklärt Wolmirstedts Chef-Finanzer Marko Kohlrausch im Gespräch mit der Volksstimme. Angesprochen auf eine mögliche Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst ist ihm nicht bange. Während anderenorts in Deutschland bereits gestreikt worden ist, war es in Wolmirstedt und ganz Sachsen-Anhalt ruhig.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für ihre Mitglieder ein sattes Gehaltsplus von sechs Prozent. Was hätte eine solche Steigerung aber für Auswirkungen auf den Wolmirstedter Stadthaushalt? Kohlrausch: „Wir haben im Haushalt bereits eine Erhöhung von etwa zweieinhalb Prozent eingeplant.“ Man sei also vorbereitet. Zudem rechne er nicht damit, dass es am Ende tatsächlich auf die angestrebten sechs Prozent hinauslaufe.

4 Millionen Euro für Personalkosten

„Wir haben Personalkosten von rund vier Millionen Euro im Haushalt veranschlagt“, erklärt Marko Kohlrausch. Das bedeutet rund 100.000 Euro stehen für ein Lohnplus der Mitarbeiter bereits im Haushaltsplan. Sollte das Geld am Ende nicht reichen, müsse der Haushaltsplan entsprechend angepasst werden, erklärt der Fachdienstleiter Finanzen.

Die Kommunalaufsicht hat dem Stadthaushalt auf jeden Fall ohne Auflagen zugestimmt. Es habe lediglich Hinweise gegeben, so Kohlrausch. So müsse unter anderem die Eröffnungsbilanz noch einmal geprüft werden.

Fest verankert im Haushalt ist, dass die Grundsteuer B in diesem Jahr nicht erhöht wird. Sie bleibt bei 377 Prozent. Das hat der Stadtrat beschlossen. Allerdings ist dies eine folgenschwere Entscheidung. Denn der Landesdurchschnitt in Sachsen-Anhalt liegt bei 380 Prozent, und mit diesem Wert wird von der Kommunalaufsicht auch gerechnet. Das hat Auswirkungen auf die Zuwendungen durch das Finanzausgleichsgesetz. Der Stadt fehlen also nicht nur die knapp 30.000 Euro, die eine solche Steuererhöhung in die Kassen gespült hätte, auch die Zuweisungen fallen in etwa gleicher Höhe geringer aus. „Das ist eine Entscheidung, die der Stadtrat so gewollt hat“, so Kohlrausch.