Wolmirstedt l Sirrend, wie ein großes Insekt, erhebt sich die Drohne gen Himmel. Sie fliegt über den Platz vor der Museumsscheune nach Norden. Dorthin schickt Hans Scheler das fliegenden Auge mit Hilfe der Fernsteuerung. Seine Finger bedienen kleine Rädchen und Knöpfe, er weist dem Fluggerät die Route, dreht das Auge der Drohne dorthin, wo er schöne Bilder erhofft. Direkt auf das Display sendet das fliegende Auge Ansichten vom Dach der Museumsscheune, vom Hut des Schäfers, von der Terrasse des Katharinensaals, es sieht die winterkahlen Kronen der Bäume von oben. Hans Scheler schickt die Drohne nach links, rechts, oben und holt sie wieder zurück. Er darf nur auf Sicht fliegen lassen, das fordert das Gesetz, wer so eine Drohne aufsteigen lässt, muss sich damit gut auskennen. Privatsphären anderer Menschen sollen auf jeden Fall unberührt bleiben.

„Seit ich die Drohne habe, bin ich oft in der Natur unterwegs“, erzählt der junge Mann, „es macht Spaß, den Lauf der Elbe zu filmen, mit Einstellungen zu experimentieren, den Himmel mit einzubeziehen.“ Besonders beeindruckten ihn bisher die Ansichten des Kölner Weihnachtsmarktes von oben, vor allem aber interessiert ihn die Technik. Immer schon, deshalb hat er im Zielitzer Kaliwerk Industriemechaniker gelernt, hat am Donnerstag die dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen und startet nun ins Berufsleben.

Auch als DJ unterwegs

Das technische Interesse hat ihn auch zur Musik geführt, er legt als DJ auf, aber auch da stehen die Lieder hinter der Technik zurück. „Es ist beeindruckend, welche Möglichkeiten es gibt, Musik zu vermitteln“, sagt er, „sei es von der Schallplatte, dem USB-Stick oder mit Hilfe des Mischpults.“ Nun aber fasziniert ihn die Drohne.

Bilder

„Meine Eltern fragen schon mal, was ich mit den Bildern und Filmen überhaupt machen will“, grinst er. So genau weiß er das selber nicht. „Mir gefallen Reiseblogs.“ Das sind Erfahrungsberichte, die mit Bildern und Filmen garniert und im Internet veröffentlicht werden. Vielleicht möchte er auf diese Weise auch einmal von der Welt erzählen, von Gegenden, in denen es schöne Strände gibt und blaues Meer. Erst einmal aber zeigt er Bilder der Stadt, seiner Stadt. Wolmirstedt.