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Fußballlegende Joachim Streich zu Gast in Wolmirstedt

Joachim Streich darf getrost Fußballlegende genannt werden, der 70-Jährige galt einst als Weltklassetorjäger. Das und mehr erfuhren die Gäste bei der Talkrunde „B-fragt“.

Von Gudrun Billowie 13.07.2021, 18:51 • Aktualisiert: 14.07.2021, 14:18
Joachim Streich (l.), Weltklassefußballer seiner Zeit, trifft im Schlosskeller auf den Wolmirstetder Ulrich Wiechmann (r.), der einst mit zwei Toren die Sensation im Freundschaftsspiel  schaffte.  Horst-Werner Höfeker (Mitte), einstiger Spieler und Nachwuchstrainer, hatte Moderator Wolfgang Buschner viel Fachwissen verraten.
Joachim Streich (l.), Weltklassefußballer seiner Zeit, trifft im Schlosskeller auf den Wolmirstetder Ulrich Wiechmann (r.), der einst mit zwei Toren die Sensation im Freundschaftsspiel schaffte. Horst-Werner Höfeker (Mitte), einstiger Spieler und Nachwuchstrainer, hatte Moderator Wolfgang Buschner viel Fachwissen verraten. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Der Schlosskeller des Bürgerhauses war bis auf den letzten Platz besetzt. Coronakonform natürlich. Darunter saßen zwei, die sich schon einmal begegnet waren, vor 46 Jahren, auf dem Fußballfeld im Wolmirstedter Stadion des Friedens.

Der eine ist Joachim Streich, der aus Wismar stammt, zu den weltbesten Stürmern seiner Zeit zählte, als Weltklassetorjäger galt, zweimal zum DDR-Fußballer des Jahres erkoren wurde und jetzt in Möckern lebt.

Beim SV Kali Fußball gespielt

Der andere, Ulrich Wiechmann, ist ein Ur-Wolmirstedter, der Elektrogeräte verkaufte und beim SV Kali Fußball spielte. Am 8. Juli 1975 standen sich beide mit ihren Mannschaften in Wolmirstedt gegenüber, Joachim Streich mit dem Fußballclub Magdeburg (FCM), Ulrich Wiechmann mit Kali Wolmirstedt. Die anschließende Schlagzeile in der Zeitung lautete: „Wiechmann entzaubert den FCM“.

Was war passiert? Ulrich Wiechmann erinnert sich: „Der 1. FCM war ein Jahr zuvor Pokalsieger in Rotterdam geworden.“ Mit diesem Titel im Gepäck liefen die Magdeburger in Wolmirstedt zum Freundschaftsspiel auf. 18 Uhr war Anpfiff im Stadion des Friedens, 4000 Menschen schauten zu. „Nach wenigen Minuten schoss Streich das 1:0“, weiß Ulrich Wiechmann. Doch schnell wendete sich das Blatt. Ulrich Wiechmann wurde gefoult, traf den anschließenden Elfmeter und kurz darauf ein weiteres Tor. Es stand 2:1 für Kali Wolmirstedt. Erst der Magdeburger Siegmund Mewes schaffte den Ausgleich, das 2:2. Trotzdem: Die Sensation zugunsten Ulrich Wiechmanns und der Kali-Wolmirstedter war perfekt.

Im Schlosskeller trafen sich beide am Rande der Talkrunde „B-fragt“ wieder. Moderator Wolfgang Buschner hatte den inzwischen 70-jährigen Joachim Streich als Talk-Gast eingeladen. Ulrich Wiechmann, 74, kam als Besucher. In der Pause fachsimpelten die beiden Männer. Während der einstige Weltfußballer sich kaum an das Wolmirstedter Spiel erinnert, ist es für den Wolmirstedter Kicker noch immer sehr präsent. Nur den Wirbel um seine Person wehrt Ulrich Wiechmann ab: „Es war vor allem die tolle Leistung des damals 18-jährigen Kali-Torwarts Gerald Hollenbach.“

Das Prinzip, nach dem Wolfgang Buschner seine Gäste aussucht, lautet: „Bunt, wie das Leben“. Dafür stöbert er sein persönliches Netzwerk durch, bleibt gern in der Region und fand Travestiekünstler Rocco Granzin-Techt, der in Magdeburg aufgewachsen ist, seine Liebe zu Marlene Dietrich pflegt, gerade eine Autobiografie veröffentlicht hat und im Schlosskeller singend überzeugte.

Applaus bekam auch Jürgen Walter für seine Chansons. Der einstige Moderator der Fernsehsendung „Ein Kessel Buntes“ drehte Filme mit Götz George, Rolf Hoppe und Otto Sander und erinnert sich gern an seinen ersten Auftritt. Als Kind habe er vor einem Karnickelzüchterverein gesungen, bekam ein Glas grüne Waldmeisterbrause als Gage. „Das hat mir gefallen, das wollte ich wieder.“ Außer Singen lernte er Trapez- und Drahtseilartistik. „Man muss sein Publikum überraschen.“

Yvonne Brohme gehört zum Haldensleber Team der Hundeschule von Martin Rütter und warb herzenswarm um Verständnis für das Hundewesen.

Was ist griechischer Zauber?

„Griechischer Zauber, was ist das?“, wollte Wolfgang Buschner von Ourania Soufi wissen. Sie betreibt seit 25 Jahren ein griechisches Restaurant in Wolmirstedt. „Das ist die Sonne, die die Menschen in sich tragen.“ Warum lässt sie ihre Sonne in Wolmirstedt erstrahlen? Beinahe sei es Magdeburg geworden, erklärt sie, doch Wolmirstedt sei die bessere Wahl gewesen. „Mein Sohn ist so alt wie das Geschäft“, erklärt sie, „in Wolmirstedt gab es einen Ruhetag und mittags ist geschlossen.“

Längst fühle sie sich in Wolmirstedt mindestens so heimisch, wie in Griechenland. „Ich habe hier inzwischen viel mehr Freunde.“ Und auch die Gäste erhellen ihr Gemüt. „In der Corona-Zeit haben wir außer Haus verkauft und ich hatte das Gefühl, viele haben bestellt, damit wir anschließend wieder da sind.“ Sie sind wieder da, die Gäste kommen. Ourania Soufi strahlt: „Ich liebe meine Gäste.“