Wolmirstedt l Bei Gutenbergs gibt es wieder einen Grund zum Feiern. Der Grundschule wurde bescheinigt, stark im Ganztag zu sein. Der Jury gefiel besonders, dass individuelle Lernwege jedem Kind ermöglichen, das eigene Tempo zu finden und an den Aufgaben zu wachsen. In der Laudatio hieß es: „Durch jahrgangsgemischte Teams entsteht eine betriebsame, konzentrierte Atmosphäre, die zum einen spielerisch reizt und zum anderen durchaus auch einmal Wettbewerb bedeutet - aber ohne Hektik, ohne Angst.“

Jonas Resch, Schülersprecher der 4b, erklärt, warum ihm die Teamarbeit besonders gefällt, wobei sie hilft: „Wenn Aufgaben mal sehr schwer sind, zum Beispiel Sachaufgaben in Mathe, dann besprechen wir die Aufgaben gemeinsam.“

Jury war vor Ort

Eine Jury hatte sich bereits im März vom Schulalltag überzeugt, hatte hospitiert, mit Schülern, Eltern und Lehrern gesprochen. Schon damals zeigten sich die Jurymitglieder angetan, bemerkten, dass Eltern von Migrantenkindern ehrenamtlich als Dolmetscher agieren, viele Arbeitsgemeinschaften angeboten werden und digitale Medien den Unterricht bereichern.

Der Wettbewerb trägt den Namen „Sign - stark im Ganztag“ und ist eine Gemeinschaftsinitiative der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ in Sachsen-Anhalt, des Bildungsministeriums, der deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Ganztagsschulverbands. Die Preisgelder wurden zudem von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Günter Papenburg AG bereit gestellt.

Preisgeld von 1000 Euro

Von den 21 Schulen, die sich am Wettbewerb beteiligt haben, wurden sechs ausgezeichnet. Die Ehrungen wurden in Halle übergeben, Gutenberg-Grundschulleiterin Doreen Haensch und ihre Schülersprecher nahmen ihren Preis in Empfang.

Doreen Haensch war die treibende Kraft für die Wettbewerbsbewerbung. „Ich war der Meinung, wir sollten das zeigen, was wir täglich in unserer Schule tun.“ Dazu gehört weit mehr, als Kindern Schreiben, Lesen und Rechnen beizubringen. Längst besuchen Kinder, die einen besonderen Förderbedarf haben, die Grundschule, Kinder aus elf Nationen sitzen gemeinsam in den Klassenräumen, eine dreijährige Schuleingangsphase ermöglicht das so hochgelobte individuelle Lerntempo.

Ehrung in Halle

Allerdings gibt es dafür immer weniger Personal. „Besonders fehlen die pädagogischen Mitarbeiter, die für das individualisierte Lernen vonnöten sind“, sagt Doreen Haensch. Dass die Schule trotz dieser Engpässe zu den sechs besten Ganztagsschulen des Landes gekürt wurde, macht sie stolz. „Das ist eine große Wertschätzung für uns alle.“

Die Grundschulleiterin betont: „Das Ganztagsangebot können wir nur mit unseren vielen Helfern ausgestalten.“ Dazu gehören Mütter und Omas, die Arbeitsgemeinschaften leiten, sowie mehrere ortsansässige (Sport)Vereine.

Das Preisgeld wird zusammen mit Stadtgeldern und den Geldern des Sponsorenlaufs für Spielgeräte, Notebooks und eine digitale Tafel ausgegeben.