Wolmirstedt l Karin Grüttner ist überglücklich. Endlich kann sie ihr Fahrrad unkompliziert unterstellen. Heinz Maspfuhl, Ingolf Meller und Thomas Lühr haben dafür gesorgt, dass eine Fahrradgarage aufgestellt wird. Die wird von mehreren Mietern der Straße Zur Grube genutzt. Der Weg dahin dauerte beinahe vier Jahre.

Die Mehrfamilienhäuser in der Straße Zur Grube gehören der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG). Die Mieter können ihre Fahrräder eigentlich in den Kellern unterstellen, doch der Weg dahin führt über eine steile Treppe. Fahrräder dort hinunter zu tragen, sei besonders für ältere Menschen schwierig. „Manche sind dabei schon gestürzt“, erzählt Karin Grüttner. Also haben sich die Mieter der Nummern 1a und b an die WWG gewandt und um Einstellräume gebeten, die barrierefrei zugänglich sind. Das war im Oktober 2015.

Die WWG hat sich des Problems angenommen und Fahrradstellplätze angeboten. Allerdings sollten die Mieter dafür 30 bis 50 Euro pro Monat bezahlen. Zum Vergleich: Eine Autogarage kostet in Wolmirstedt etwa 20 Euro. Die WWG machte weitere Vorschläge, doch entweder waren die Fahrradboxen klein wie Hundehütten oder mit 900 Euro zu teuer. Das Wohnungsunternehmen startete sogar eine Umfrage, wollte wissen, wieviele Mieter an so einem barrierefrei erreichbaren Fahrradstellplatz interessiert wären. Viele waren es nicht. Die Jahre vergingen. „Wir ließen die Fahrräder draußen stehen“, sagt Karin Grüttner, „auch über den Winter.“

Anliegen in Stadtratssprechstunde

Irgendwann stieß Heinz Maspfuhl in diesen Prozess. Die Zur-Grube-Mieter hatten ihr Anliegen in der Stadtratssprechstunde vorgetragen und der SPD-Stadtrat war ein Stück weit fassungslos. „Das muss doch gehen, dachte ich damals, und habe die Sache zu meinem persönlichen Anliegen gemacht.“ Er gehört zum Aufsichtsrat der WWG und hat das Problem dort ebenfalls angesprochen. Trotzdem kamen Vermieter und Mieter nicht zueinander. „Nichts ging“, ärgerte sich Heinz Maspuhl, „dann ist mir der Kragen geplatzt.“

Er suchte selbst nach einer bezahlbaren Hütte, fand sie und fragte die Eigentümer des benachbarten Grundstücks, Ingolf Meller und Thomas Lühr, ob die auf ihrer Fläche Platz finden könnte. Die beiden sagten zu und kauften diese Unterstellmöglichkeit gleich selbst. Dahinein passen mehrere Fahrräder, die monatliche Miete für jedes Fahrrad beträgt zehn Euro. „Beim Aufbau des Häuschens hat Heinz Maspfuhl persönlich mitgeholfen“, freut sich Karin Grüttner. Seither ist sie - fahrradtechnisch gesehen - glücklich.

WWG-Chef Gerhard Thiede weiß, dass es für manche Mieter problematisch ist, die Fahrräder in den Keller zu tragen. „In manchen Objekten haben wir Fahrradschienen angebracht.“ Dennoch ist ihm klar: „Fahrradunterstände werden ein Thema der Zukunft sein.“