Barleben l Die Quote der Vorverträge für einen schnellen Glasfaser-Internetanschluss im geplanten Giga-Netz der Arbeitsgemeinschaft (Arge) „Breitband“ des Landkreises Börde dümpelt in der Gemeinde Barleben noch immer im unteren zweistelligen Prozentbereich. 18 Prozent der Haushalte der Ortschaft Barleben haben bisher verbindlich Interesse für einen Anschluss angemeldet, in Ebendorf sind es 17 Prozent. In Meitzendorf, das von allen drei Orten am wenigsten mit schnellem Internet versorgt ist, liegt die Quote bei 34 Prozent. Damit der geplante Ausbau des Glasfasernetzes wirtschaftlich wird, wären 60 Prozent erforderlich.

Aktualisiert wurde die Internetseite der „Breitbandengel“ des künftigen Netzbetreibers DNS:Net zwar zuletzt am 21. November – viel höher dürfte die Quote allerdings auch aktuell nicht liegen. Dies bereitete während der jüngsten Sitzung am Donnerstag auch mehreren Mitgliedern des Gemeinderates Sorgen. Bürgermeister Frank Nase (CDU) informierte darüber, dass die Akquisephase ein zweites Mal, nun bis zum 31. Dezember, verlängert worden sei. „Aber was passiert nach dem 31. Dezember, wenn die Quote nicht erreicht wird?“, wollte Patrick Säuberlich (FDP) wissen.

Auch über mögliche Alternativen für einen schnellen Internetausbau habe sich der Gemeindechef Gedanken gemacht, wolle jedoch nicht vorweg greifen und den Anschein erwecken, die Umsetzung des Vorhabens der „Arge Breitband“ für Barleben bereits aufgegeben zu haben. Es gebe einen aktiven Markt von anderen Anbietern in der Gemeinde und auch andere Varianten – beispielsweise über Funk, Kupferkabel oder Super-Vectoring, zählte Frank Nase auf. Ein Glasfasernetz sei jedoch am zukunftsträchtigsten.

Ziel im Moment sei es deshalb, zunächst eine Antwort des Netzbetreibers bezüglich eines niedrigeren Tarifes für die geplanten Internetanschlüsse abzuwarten. Aktuell war im Gemeinderat von einem Einstiegstarif in Höhe von 49 Euro im Monat die Rede.

Die Bereitschaft der Bevölkerung sei gering und das Thema Netzausbau generell zu spät angepackt worden, sagte Edgar Appenrodt (FWG/ Piraten). Reinhard Lüder (SPD) schlug vor, die unterversorgten Gebiete, in denen die Quote erfüllt wird, separat mit anzuschließen. „Das wären nur Krücken. Man wollte kein gestückeltes Netz haben“, antwortete der Bürgermeister. „Weiße Flecken“ in der Netzversorgung, insbesondere im Technologiepark Ostfalen, kritisierte Wolfgang Rost (fraktionslos).

Bis Ende dieses Monats haben die Bürger der Gemeinde Barleben vorerst Zeit, Bedarf für einen Breitbandanschluss anzumelden. Ob die Akquisephase ein drittes Mal verlängert werden könnte, ist offen.

Weitere Informationen rund ums Thema „Breitbandengel“ und Highspeed-Internet gibt es unter www.breitbandengel.de.